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Schon gewusst?

Der Elefant im Raum – Klimaschutz in der internen Kommunikation

Irina Wolk
28.06.2021 15
Elefant, freigestellt vor weißem Hintergrund Photo by Kaffeebart on Unsplash

EWE steckt viel Kraft in den Klimaschutz. Klar ist dabei: Richtig erfolgreich sind wir als Unternehmen nur, wenn die Mitarbeitenden mit Überzeugung dabei sind – mitdenken und mitmachen, die jeweiligen Herausforderungen für die eigenen Jobs annehmen. Es geht somit auch ganz wesentlich darum, die Menschen in Bewegung zu bringen. Eine Aufgabe für Personalentwicklung und Unternehmenskommunikation.

Klimaneutralität bis 2035 funktioniert nur, wenn alle daran arbeiten

Foto: Carsten Heidmann eine Frau steckt einen Ladestecker in ein Elektroauto von EWE

Wir sind bei EWE viele Kolleg*innen, 9.100 um genau zu sein. Dahinter stecken im besten Fall 9.100 Ideen und Lösungsansätze – im schlechtesten Fall 9.100 zurückhaltende oder sogar skeptische Stimmen. Denn wie in der gesamten Gesellschaft sind die Menschen bei EWE in Sachen Klimaschutz beruflich wie privat natürlich unterschiedlich unterwegs. (Wörtlich genommen übrigens bald nicht mehr: Ab 2023 gibt es nur noch E-Autos in der EWE-Flotte und auch alle Dienstwagen werden rein elektrisch fahren.) Es macht eben einen Unterschied, ob ich mich schon täglich mit Zukunftstechnologien beschäftige oder noch mit fossilen Brennstoffen zu tun habe.

Fest steht, und da sind sich bei EWE alle einig: Wir müssen etwas tun, um den menschengemachten Klimawandel einzudämmen. Wir wissen, dass die Klima-Uhr tickt. Die größte potenzielle Hürde für die interne Kommunikation ist damit schon einmal übersprungen. Trotzdem bleibt viel zu tun, denn wie das so ist, mit dem sprichwörtlichen Elefanten im Raum: Man sieht ihn, aber man macht ihn nicht explizit zum Thema. Das hat sich bei EWE 2020 mit der konkreten Formulierung unserer Klimaziele grundlegend geändert. Ausdrücklich ist jede*r Einzelne angesprochen. Die Botschaft: Unser Weg in die Klimaneutralität bis 2035 funktioniert nur, weil wir alle gemeinsam daran arbeiten, die CO2-Emissionen des Konzerns so weit wie möglich zu reduzieren.

Die interne Kommunikation steht dabei vor verschiedenen Fragestellungen: Wie schaffen wir es, das Thema ‚Klimaneutralität‘ in einem Konzern mit vielen wichtigen Botschaften über einen langen Zeitraum oben auf der Agenda zu halten? Regelmäßig die Fortschritte zu dokumentieren, ohne dabei langweilig zu sein? Wie gelingt es uns, möglichst viele Kolleg*innen im ersten Schritt zu sensibilisieren und im zweiten sogar zu aktivieren?

Das Klima zum Thema machen

Wir setzen auf drei Elemente, die unsere interne Kommunikation mittel- und langfristig tragen:

  • Unser Management macht Klimaschutz zur Priorität und geht vorneweg, denn Glaubwürdigkeit ist die absolute Basis für gelingende Kommunikation. Die Führungsmannschaft bei EWE nimmt die formulierten Klimaziele ernst und widmet dem Thema immer wieder verschiedene Führungskräfterunden.Konsequenterweise standen bei uns am Anfang der Kommunikation sehr persönliche Videobotschaften der fünf EWE-Vorstände und ein persönliches Mailing unseres Vorstandsvorsitzenden Stefan Dohler an alle Mitarbeitenden.
  • Wir bleiben am Ball. Natürlich berichten wir regelmäßig über Fortschritte und Erfolge in Sachen Klimaneutralität. Darüber hinaus können sich alle Mitarbeitenden auch zu ein- bis zweistündigen Impuls-Veranstaltungen anmelden – um Neues zu lernen und miteinander zu diskutieren. Zwei bis drei verschiedene Dialog-Angebote gibt es pro Monat: Wir holen unsere Experten auf die Bühne, sprechen über Wasserstoff und Elektromobilität, über Green Bonds und Mitarbeitermobilität. Wir laden externe Referent*innen ein, aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, aber auch Aktivist*innen, Künstler*innen und Autor*innen. Das Angebot wird gerne wahrgenommen, nicht selten führen wir Wartelisten.
  • Wir setzen auf Beteiligung. In Klima-Werkstätten entstehen Ideen, die engagierte Kolleg*innen im Nachgang eigenständig in Initiativen vorantreiben. Das gilt sowohl für die einzelnen Geschäftsfelder als auch auf Konzernebene. Zusätzlich zu den fachlich organisierten Projektstrukturen hat so jede*r Einzelne die Möglichkeit, sich in Sachen Klimaschutz einzubringen und aktiv zu werden. Letztlich werden wir nur erfolgreich sein, wenn wir gemeinsam agieren – hier zeigt sich: Unser Klima-Ziel ist anspruchsvoller als klassische Veränderungsprojekte, denn es geht auch um die persönliche Haltung.

Klima auf dem Weg zum Alltag

Bisher ist der eingeschlagene Weg erfolgversprechend. Ob wir schon alle Kolleg*innen abgeholt haben? Schwierig zu sagen, wahrscheinlich eher nicht. Oft überlagert das Tagesgeschäft eben doch das Klimabewusstsein. Ob wir Kontroversen aufwerfen und Kolleg*innen hinterfragen, ob wir auf dem richtigen Weg sind? Leicht zu beantworten, das ist oft der Fall. Einigen geht es zu schnell, für andere sind wir zu langsam. Der wichtigste Punkt aber ist: Das Thema Klimaschutz verbindet bei EWE alle. Es ist Teil dessen, was uns motiviert und treibt, warum wir jeden Tag zur Arbeit kommen. Das sichtbar zu machen, begreifen wir als unsere Aufgabe in der Unternehmenskommunikation.

Irina Wolk
Irina Wolk
Leiterin Kommunikationsstrategie und Evaluation
Irina ist Volkswirtin und Germanistin – öffentliche Diskurse über gesellschaftlich bedeutsame Themen wie den Klimawandel interessieren sie seit jeher. Wie wir im Kleinen und im Großen noch schneller in Bewegung kommen können, beschäftigt Irina nicht nur bei EWE: Auch in ihrer Familie geht es häufig um nachhaltige Entscheidungen, zum Beispiel für weniger Würstchen im Kühlschrank und mehr Urlaub an der Nordsee.
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