Vorheriger Artikel:
Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude – quod erat demonstrandum
Nächster Artikel:
Windenergie und Artenschutz – Wissenschaft knows best

Schon gewusst?

IT-Facts – wo können wir unseren Teil zur Klimaneutralität leisten?

Dr. Carsten Sommer
Jan-Eric Lüschen
22.07.2021 34
Bürosiituation, eine Frau nimmt an einer Videokonferenz teil Foto: Adobe Stock | Alex from the Rock

EWE wird Klimaneutral bis 2035! Dieses Ziel haben wir in der Konzern IT aufgegriffen und uns unsere Gedanken gemacht, wie wir einen Beitrag dazu leisten können. Im ersten Schritt haben wir den Arbeitsalltag betrachtet und sind auf einige kleine Dinge gestoßen, die unerwartet große Wirkungen erzielen können. Bei rund 9000 Mitarbeitern im Konzern noch ein bisschen größer...

1. CO2-Sparen beim E-Mailversand

Infografik: Wer E-Mail-Anhänge weglässt, kann 92 % CO2 sparen

Wie viel CO2 erzeugt ein E-Mail-Anhang?

Eine E-Mail ohne Dateianhänge erzeugt einen CO2-Verbrauch von 4g. Eine durchschnittliche E-Mail mit Anhang erzeugt etwa 50g CO2 und somit etwa 90% mehr als ohne. Auch 50g sind für sich genommen sind kein großer Wert im Vergleich zu vielen anderen Verbrauchern. Hochgerechnet erzeugt jedoch jeder Deutsche im Durchschnitt jährlich elf Tonnen CO2 und davon knapp 300 kg (276 Kg) allein durch E-Mails.

Wie kann ich Dateien austauschen, ohne sie per Mail zu schicken?

Anstatt eine Datei als Anhang an einer E-Mail zu versenden ist es häufig sinnvoll, sie aus der Cloud heraus freizugeben. Der Empfänger bekommt dann nur den Link zur Datei gesendet und kann darauf zugreifen. Neben der Energieersparnis hat dies den weiteren Vorteil, dass alle Parteien immer den gleichen Stand haben und dieser auch bei einer Weiterbearbeitung für alle aktualisiert wird.

Der Nutzung der Cloud ist seit vielen Jahren Standard im privaten Umfeld und auch in Unternehmen zunehmend gang und gebe. Es vereinfacht viele Dinge, wie z.B. den Zugriff auf unsere Daten von überall, wo wir uns gerade aufhalten und über verschiedene Geräte hinweg. Aber verursacht nicht genau das auch weiteren Energieverbrauch? Natürlich, auch Cloudspeicher benötigen Strom. Allerdings sind die großen Cloud-Rechenzentren sehr stark auf Effizienz ausgelegt. Während sich 2010-2018 die Rechenleistung versechsfacht hat, ist der dafür benötigte Stromverbrauch nur um 6% angestiegen.

2. Online-Meetings – Kamera aus für den Klimaschutz

Spätestens seit Beginn der Corona Pandemie ist die Nutzung von Online-Meetings enorm angestiegen. Das benötigt logischer Weise Strom, ist jedoch im Vergleich zu Präsenzmeeting und der damit verbundenen Anfahrt mit dem PKW schon eine große CO2 Reduktion.

Wie viel kann ich sparen, wenn ich die Kamera ausschalte?

Der Büroalltag ist geprägt durch viele Meetings, die teilweise nahtlos aneinandergrenzen. Die Gegenüber wenigstens auf dem Bildschirm zu sehen ist oft hilfreich, um wenigstens etwas von Mimik und Gestik mitzubekommen. In vielen Momenten können wir aber auch auf das Video verzichten und dadurch Strom und somit CO2 einsparen. Und das ist gar nicht wenig, wie folgendes Beispiel zeigt:

Angenommen, ich habe 15 einstündige Meetings pro Woche bei denen ich die Kamera ausschalte. Dann entspricht das einem CO2-Ausstoß von etwa 377g im Monat. Bei eingeschalteter Kamera läge mein Verbrauch bei 9,4 Kilogramm CO2-Ausstoß. Das entspricht einer Ersparnis von 96%.
Infografik: 96 % CO2-Einsparung, wenn im Videocall die Kamera ausbleibt

3. Monitore ausschalten, Strom sparen

Als letzter Fakt kommt an dieser Stelle ein Evergreen unter den Energiesparmöglichkeiten: Monitore auf Standby oder ausschalten, wenn sie nicht genutzt werden

Ich nutze, wie viele andere, zwei Monitore die im laufenden Betrieb einen durchschnittlichen Stromverbrauch von jeweils etwa 60 Watt haben. Wenn ich den Standby Modus aktiviere, liegt der Verbrauch nur noch bei ca. 4 Watt pro Monitor. Schalte ich sie ganz aus verbrauchen sie natürlich keinen Strom mehr.

Tagsüber, wenn ich zwischendurch kurz den Arbeitsplatz verlasse, ist der Stand-by-Modus bei mir das Mittel der Wahl, weil ich die Monitore komfortabel mit einem Tastendruck wieder aktivieren kann. Abends können die Monitore dann ganz ausgeschaltet werden.

Infografik: Betrieb vs. Stand-by vs. Ausschalten beim Monitor

Energiesparen mit Augenmaß

Diese drei dargestellten Energiesparpotentiale sind immer im Kontext zu sehen. Die Arbeitsfähigkeit soll erhalten bleiben und auch z.B. die Kamera in Meetings hat häufig seine Berechtigung. Aber bei beispielsweise einer Präsentation ist es nicht nötig, dass zehn Zuhörer ihre Kamera laufen lassen. Darum gilt für uns: Energie sparen ja, aber mit Augenmaß.

Die Daten und Fakten für diesen Artikel haben wir im Team mit unseren Kollegen Stefan Apetz, Hicham el Guernaoui, Stefan Albrecht und Tobias Rahner erarbeitet.

Dr. Carsten Sommer
Dr. Carsten Sommer
IT Demand- und Projektmanager
Carsten Sommer hat Physik studiert und damals Webseiten mit dem Texteditor erstellt. Beruflich war er weltweit viel zu oft mit dem Flugzeug und dem Auto unterwegs. Vor 5 Jahren ist er vom Diesel auf einen Hybrid PKW umgestiegen, aber in Oldenburg trifft man ihn meistens auf dem Fahrrad. Privat verbringt er seine Zeit mit der Familie, Freunden und hört gerne Live Musik (was hoffentlich bald wieder möglich ist). Motto: kleine Änderungen von vielen Menschen bewegen Großes.
Zu den Bloggern
Jan-Eric Lüschen
Jan-Eric Lüschen
IT Demand- und Projektmanager
Jan-Eric Lüschen ist Medienprofi und IT-ler. Schon seit Studienzeiten beschäftigt er sich privat mit Upycling und allen möglichen digitalen Dingen. In der EWE Konzern-IT ist er auf der Suche nach klimafreundlichen Alternativen, die man sofort umsetzen kann.
Zu den Bloggern
Kommentare
1  Kommentar(e) zu:  IT-Facts – wo können wir unseren Teil zur Klimaneutralität leisten?
Rosalie 12:18 26.07.2021
Diese Einsparpotenziale habe ich auch schon vermutet. Toll, das jetzt mal mit Zahlen hinterlegt zu sehen! Danke für eure Recherche!
Verfasse einen Kommentar

Bevor wir deinen Beitrag veröffentlichen, schicken wir dir eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Bitte schaue in deine Mails und klicke den Link an. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Pflichtfelder
Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude – quod erat demonstrandum
Vorheriger Artikel: Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude – quod erat demonstrandum
Windenergie und Artenschutz – Wissenschaft knows best
Nächster Artikel: Windenergie und Artenschutz – Wissenschaft knows best