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Mitarbeitende beim Thema Klima einbinden

Frank Glanert
07.09.2021 7
Abgestellte Fahrräder vor einer bunten Grafitti-Wand Foto: Timon Klauser - Unsplash

Wir haben vor ziemlich genau einem Jahr eine App in die Stores gebracht, die Menschen dabei unterstützt, ihre eigenen CO2-Emissionen zu ermitteln und den eigenen Einfluss durch Verhaltensänderungen nachzuvollziehen. Die Codyo Klima-App setzt dabei auf die Kraft der kleinen Schritte und unterstützt - ähnlich wie zum Beispiel ein persönlicher Fitnesstracker - im alltäglichen Leben. Mit dem Codyo Klima-Dashboard können Unternehmen darüber hinaus gemeinsam mit Mitarbeiter:innen, die die Klima-App nutzen, CO2-Einsparungen nachvollziehen. Genau das macht seit Juli 2021 der Naturkosmetik und Arzneimittelhersteller Weleda.

Herausforderung Klimawandel

Ich hatte hier im Klimablog bereits die Frage aufgeworfen, was jede:r Einzelne in Sachen Klima unternehmen kann. Während die Rolle des Menschen in Bezug auf den globalen Klimawandel unbestritten ist, sind die persönlichen Einflussmöglichkeiten auf weltumspannender Ebene sichtbar gering. Einzelne Menschen können – und das machen auch die Einschätzungen zum Bericht des Weltklimarates deutlich – das eigene Verhalten ändern, CO2 reduzieren und so zum Beispiel auch zum positiven Beispiel werden.

In der Entwicklungsphase der Codyo Klima-App haben wir gelernt und verstanden, dass viele Men-schen sich mehr Nachhaltigkeit im Alltag wünschen und gleichzeitig Schwierigkeiten haben, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Die Komplexität ist häufig zu hoch und genau da setzen wir jetzt mit Codyo an: wir geben eine einfache und ansprechende Entscheidungshilfe an die Hand.

Kleine Schritte zum Erfolg

Häufig sind es die kleinen Schritte, die zu nachhaltigem Erfolg und zum Beispiel dauerhaften Verhaltensänderungen führen. Die Nutzer:innen von Codyo berichten, dass sie sich Dank der App viel intensiver mit den Themen Klima und Nachhaltigkeit beschäftigen. Und zwar selbst dann, wenn sie gerade keine Aktivität zur CO2-Reduzierung eintragen. Ein Blick auf die Einsparerfolge zeigt, dass dies zu handfesten Reduzierungen führt. Wege werden auf andere Fahrzeuge verlagert, bewusster konsumiert und zum Beispiel weniger Fleisch gegessen.

Diese Schritte können auch im Kontext von Arbeit oder im Bezug von Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Wir alle treffen tagtäglich viele Entscheidungen, die Einfluss auf das Klima haben. Wie wir den Weg zur Arbeit gestalten, ob wir gar im Homeoffice bleiben, welche Aufträge vergeben oder wie Dinge beschafft werden. Es gibt Unternehmen, die den Einfluss ihrer Geschäftstätigkeit auf Klima und Nachhaltigkeit sehr weit fassen. Und sich entsprechend ambitionierte Ziele setzen. Eines davon ist der Naturkosmetik und Arzneimittelhesreller Weleda.

Weleda und Codyo

Seit Juli 2021 setzt Weleda die Klima-App Codyo ein. Das Unternehmen hat das Ziel bis 2025 350.000 Tonnen CO2-Äquivalent auszugleichen und einzusparen. Und nimmt dabei nicht nur die eigenen Emissionen – Geschäftsreisen oder Dienstleistungen – in den Blick, sondern möchte gleichsam Anreize schaffen, auch die indirekten Emissionen zu senken. Dazu gehört auch der so genannte „Financial Carbon Footprint“ aus den Gehältern, der merklich reduziert werden soll.

Schon nach kurzer Zeit zeigt sich, dass die Mitarbeiter:innen von Weleda Lust auf das Thema und die Klima-App von Codyo haben. Innerhalb weniger Wochen, wurden die ersten 5 Tonnen CO2 eingespart. Ein großer Teil dieser Einsparungen liegt im Bereich Mobilität, aber auch Ernährung und Konsum tragen zum bisherigen Ergebnis bei. Mit Hilfe des Codyo Klima-Dashboards werden die CO2-Reduktionen beobachtet, Anreize durch unternehmenseigene Ziele geschaffen und Weleda spezifische Aktionen gestartet.

Klima-Dashboard für Unternehmen

Das Beispiel Weleda zeigt: kleine Schritte tragen zum großen Ganzen bei. Und zwar privat ebenso wie im unternehmerischen Kontext. Mittlerweile hat die Codyo Klima-App mehr als 3.500 private Nutzer:innen. Und verschiedene Unternehmen wollen das Klima-Dashboard nutzen, um gemeinsam mit den Mitarbeitenden CO2 zu sparen. Unter anderem auch EWE - das Unternehmen verspricht sich einen Beitrag zu den eigenen Klimazielen und zur Klimaneutralität 2035.

Ja, die Herausforderungen die der Klimawandel mit sich bringt, sind komplex. Man muss die Zusammenhänge verstehen und das eigene Verhalten und die eigenen Einflussmöglichkeiten reflektieren. Aber sicher ist, dass wir alle die Möglichkeit haben, etwas zu tun. Und die Zeit zu handeln ist jetzt.

Frank Glanert
Frank Glanert
Codyo Klima-App, Business Development
Frank ist ausgebildeter Zimmermann und Ingenieur. Er ist seit über 20 Jahren in der Energiewirtschaft und Regionalentwicklung tätig. Nachhaltigkeit und Klimaschutz ziehen sich wie ein roter Faden durch seine berufliche Laufbahn. Ebenso wie Beteiligung und Kommunikation. Neben dem nachhaltigen Planen und Bauen begeistert Frank sich für alles rund ums Fahrrad. Er hat ein eigenes Blog zum Thema Radverkehr-, kultur und -erlebnis. Die Frage, welche Rolle Radverkehr in nachhaltigen und lebenswerten Städten und Regionen spielt, treibt ihn besonders um.
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