Vorheriger Artikel:
Der ökologische Fußabdruck
Nächster Artikel:
Mitarbeitende beim Thema Klima einbinden

Schon gewusst?

Nachhaltigkeit im Praktikum – Von zuhause Gutes tun

Rieke Schumacher
20.09.2021 9
Digitales Pratktikum

Das Praktikum – Erfahrungen sammeln, den Berufsalltag kennenlernen und sich weiterbilden. Es ist eigentlich die Zeit, einen Schritt in eine mögliche Zukunft zu gehen und ein Unternehmen aus der ersten Reihe kennenzulernen. Doch wie gestaltet sich dies in einer Pandemie und lässt sich gleichzeitig mit Klimaschutz verbinden?


Arbeitswelt im Wandel – im Home Office für mehr Klimaschutz

Homeoffice ist im vergangenen Jahr der neue Alltag für viele Berufstätige geworden. Den Arbeitsplatz und Zuhause an einem Ort zu haben, birgt Vor- und Nachteile und fordert vor allem Disziplin und Selbstmanagement. Besonders als Praktikantin oder Praktikant spielt dies eine bedeutende Rolle, da man keine Erfahrung mit dem eigentlich gängigen Tagesablauf hat. Diese Umstellung ist nicht für jeden zufriedenstellend, aber von heute auf morgen ohne weiteres umsetzbar. Dennoch bringt das Homeoffice auch viele Vorteile mit sich, die der Umwelt und dem Klima zugutekommen.
Vorab sei gesagt, Homeoffice ist nicht grundsätzlich nachhaltig im Vergleich zur Arbeit am gewohnten Platz, sondern in Anbetracht dessen abhängig von verschiedenen Faktoren.

Treibhausgas Emissionen

Einsparung beim Berufsverkehr – fürs Klima und die eigenen Nerven

Der erste und wohl offensichtlichste Punkt: die dadurch deutlich zurückgehenden Zahlen der Pendlerinnen und Pendler im Berufsverkehr. 44,8 Millionen Menschen in Deutschland gehen einer Tätigkeit nach und rund 68,4 Prozent dieser Erwerbstätigen fährt täglich mit dem Auto zur Arbeit. Würden 40 Prozent dieser Personen an zwei Tagen in der Woche ihr Auto stehen lassen, wäre es möglich, die CO2-Emissionen um 5,4 Tonnen zu senken. Insgesamt würde dies bedeuten, dass 4 Prozent weniger Emissionen jährlich im Personenverkehr ausgestoßen werden. Einfach mal das Fahrrad nehmen ist natürlich eine nachhaltigere Alternative, aber auf Grund von gesundheitlichen Umständen oder der zu schaffenden Strecke nicht immer umsetzbar.

Aber auch mit kleineren, etwas unscheinbaren Dingen kann im Homeoffice ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden wie zum Beispiel durch das einfache Sparen von Papier. Nicht jedes Dokument muss für eine Überarbeitung ausgedruckt werden. In manchen Fällen reicht auch ein Druck auf Schmierpapier. Im Homeoffice entwickelt sich oft eine bewusstere Wahrnehmung, da für das Büromaterial selbstaufgekommen werden muss. Der Faktor Müll kann aber noch ausgeweitet werden. Der tägliche Gang zum Bäcker oder zum Supermarkt nebenan gehört für viele zum Büroalltag und bedeutet mit jedem weiteren Wochentag mehr Müll. Eine Kleinigkeit aus dem Kühlregal oder ein Coffee-to-go fällt durch das Homeoffice weg. Der Teller oder die Tasse aus dem Schrank bedeuten weniger Plastik, welches in der Tonne landet.


Energie sparen im Homeoffice – Nach Feierabend einfach mal den Stecker ziehen!

Denn eine der größten Energieverschwendungen sind Geräte im Standby-Modus. In einem durchschnittlichen deutschen 3-Personen-Haushalt werden so pro Jahr bis zu 200 Kilowattstunden verbraucht. In Büroräumen gestaltet sich die Situation noch deutlich umfangreicher. Kaffeemaschine, Heizung, Lichter, Kühlräume, Computer – in einem Großraumbüro laufen viele Geräte 24 Stunden am Tag mindestens auf Standby, welche zu Hause nach Feierabend einfach kontrolliert und abgestellt werden können.

Und zuletzt ein Blick in auf das direkte Arbeitsgeschehen. Den Arbeitsplatz sauber zu halten, kann ebenfalls als Faktor zu mehr Nachhaltigkeit betrachtet werden. Dabei ist nicht die Rede von dem Schreibtisch, sondern von dem Arbeitsrechner. Der gesamte Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik verursacht 3,7 Prozent aller Treibhausemissionen. Was kann man also im Homeoffice tun? Kleine Schritte mit großer Wirkung: Dateien nur an einem Ort speichern und am besten nur so lange, wie sie gebraucht werden. Auch das regelmäßige Ausmisten von E-Mail-Postfächern und Cloud-Speicher wirkt unterstützend. Das Internet ist ein Stromfresser. Wäre die von uns Menschen geschaffene digitale Welt ein Land, dann würde es beim Stromverbrauch beim internationalen Ländervergleich an sechster Stelle stehen.


Das digitale Praktikum – rückblickend ein Erfolg?

Noch vor Beginn meines Praktikums stand fest, dass ich viel aus dem Homeoffice heraus arbeiten werde. Ich hatte zwar bereits einige Online-Semester hinter mir, aber ein Unternehmen von zuhause aus kennenlernen und den Arbeitsalltag erleben, konnte sich mit meiner Vorstellung von einem Praktikum nicht auf Anhieb verbinden. Doch dieses Gefühl hat sich nach Antritt meines Praktikums sehr schnell verflüchtigt. Rückblickend kann ich sagen, dass mein Praktikum sich so ausgestaltet hat, dass sich nichts nachteilig auf meine hier gemachten Erfahrungen ausgewirkt hat. Ich hatte stets Team-Mitglieder um mich, wenn auch nur online. Die Betreuung und die Einführung ins Unternehmen und seine Abteilungszweige haben unter dem Online-Format nicht an Wert verloren. Es gibt sogar einen Vorteil: Du kannst von Beginn an in einer vertrauten Umgebung arbeiten.

Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Homeoffice war auch mir nicht von Anfang an sofort ersichtlich, aber nach einer Sensibilisierung war es schnell und einfach umsetzbar. Es gilt einfach anzufangen – man kann nicht an einem Tag die Welt retten. Neben den hier genannten Punkten gibt es noch eine Vielzahl weiterer Tipps, wie man aus dem Homeoffice heraus einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Abschließend noch einmal meine Punkte zusammengefasst:


5 Tipps zum umweltfreundlichen Arbeiten aus dem Homeoffice

  • Ungebleichtes Papier verwenden (Hinweis: blauer Engel)
  • Nach Feierabend den Stecker der genutzten Geräte ziehen – Standby-Modus vermeiden
  • Regelmäßig das Mailpostfach und die Cloud ausmisten
  • Tageslicht statt Schreibtischlampe
  • Bewusstes Drucken – bei Möglichkeit Schmierpapier verwenden
Rieke Schumacher
Rieke Schumacher
Praktikantin Konzernkommunikation
Rieke studiert gerade Kommunikationsmanagement (B.A) an der Hochschule Osnabrück am Campus Lingen. Nach einem mehrmonatigen, vor allem digitalen Praktikum bei EWE kam es zu einer noch stärkeren Sensibilisierung für Klima- und Umweltkommunikation. Im Rahmen ihres Studiums hat sie im Bereich Konzernkommunikation ein Praktikum absolviert.
Zu den Bloggern
Verfasse einen Kommentar

Bevor wir deinen Beitrag veröffentlichen, schicken wir dir eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Bitte schaue in deine Mails und klicke den Link an. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Pflichtfelder
Der ökologische Fußabdruck
Vorheriger Artikel: Der ökologische Fußabdruck
Mitarbeitende beim Thema Klima einbinden
Nächster Artikel: Mitarbeitende beim Thema Klima einbinden