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Der ökologische Fußabdruck

Nico Grieger
12.10.2021 10
Jemand der in Schuhen auf einer Strasse läuft Foto: Getty Images

Zu den Zielen des Klimaschutzes gehört unter anderem die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks – auch ecological footprint genannt. Als ökologischen Fußabdruck bezeichnet man die Fläche, die ein Mensch benötigt, um den täglichen Bedarf an Ressourcen abzudecken. Unter den Begriff Ressourcen fallen zum Beispiel Kleidung, Lebens- und Transportmittel sowie Energie und Wasser. Das Problem heutzutage: Der Mensch verbraucht mehr Ressourcen als ihm zur Verfügung stehen. Die Idee für den ökologischen Fußabdruck hatten Mathis Wackernagel und William Rees in den 1990er Jahren.

Berechnung

Den ökologischen Fußabdruck kann man für Einzelpersonen berechnen, aber auch für Aktivitäten, Unternehmen oder ganze Städte. Für die Berechnung werden verschiedene Fragen zum Lebensstil und Konsum gestellt. Dazu gehören die Ernährung, das Wohnen, die Mobilität und der Konsum. Dabei entspricht jedes Konsumgut einem globalen Quadratmeter.

Der Fußabdruck wird in Hektar angegeben. So kann man verschiedene Konsumverhalten und Lebensstile miteinander vergleichen. Anhand der Antworten auf die Fragen werden die Werte mit Durchschnittswerten multipliziert und addiert. Daraufhin folgt eine Gegenüberstellung mit der landesentsprechenden Biokapazität – die Fläche, die in dem Land tatsächlich zur Verfügung steht. Ist der Fußabdruck größer als der Wert der Biokapazität, können sich die Ressourcen nicht mehr selbstständig erneuern, da zu viele verbraucht werden. Es herrscht folglich ein Defizit. Im Internet gibt es verschiedene Rechner wie zum Beispiel den des WWF, der das Verhältnis zwischen Biokapazität und dem ökologischen Fußabdruck ermittelt.

Der ökologische Fußabdruck in Zahlen

Quelle: Global Footprint Network - Statista 2021 Darstellung der Anzahl benötigter Erden in einem Balkendiagramm

Die ökologischen Fußabdrücke unterscheiden sich sehr zwischen den Ländern dieser Welt. Während Deutschland einen durchschnittlichen Naturverbrauch von 4,7 globalen Hektar (gha) hat, sind es in Bangladesch nur 0,8 gha. Um den Verbrauch besser darzustellen, wird auch mit der Frage gearbeitet, wie viele Erden wir bräuchten, wenn wir alle so Leben würden, wie die Menschen in einem bestimmten Land. 2019 hätten wir deshalb drei Erden gebraucht, um unsere Ressourcen vollständig abzudecken. Wenn alle so leben würden wie die USA, bräuchten wir sogar ganze fünf Erden im Gegensatz zu China, die nur 2,2 bräuchten.

Es sind vor allem Länder wie Kanada, Brasilien und die skandinavischen Länder Finnland, Norwegen und Schweden, die kein Defizit haben und wo die Biokapazität höher ist, als der ökologische Fußabdruck. In Finnland liegt der footprint bei 6,2 gha wohingegen aber eine Biokapazität von 12,2 gha vorhanden ist.

5 Schritte zum Verkleinern des ökologischen Fußabdrucks

Da wir momentan mehr Ressourcen verbrauchen als zur Verfügung stehen, müssen wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern. Das heißt, wir müssen weniger Ressourcen wie Kleidung, Nahrung und Energie verbrauchen. So kann garantiert werden, dass sich die Ressourcen wieder erneuern und unsere Nachkommen in der Zukunft nicht unter unserem Konsumverhalten leiden.

Schritt 1: Weniger Fleisch essen

Der Konsum von Fleisch hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen: Der Durchschnittsdeutsche konsumiert circa 60 kg Fleisch im Jahr. Das sorgt auch dafür, dass der ökologische Fußabdruck steigt, denn der Fleischkonsum wirkt sich negativ auf das Klima aus. Angefangen bei dem Anbau von Futter für die Tiere zerstören wir natürliche Lebensräume und verbrauchen enorme Mengen Wasser. Die Fleischindustrie produziert darüber hinaus eine große Menge Treibhausgase wie CO2. Die erhöhte Menge an CO2 ist unter anderem für die Erderwärmung verantwortlich.

In der heutigen Zeit gibt es viele Ersatzprodukte, die es ermöglichen, auf Fleisch zu verzichten. Ob Tofu oder Soja – das Angebot ist mit der Zeit sogar im Discounter gestiegen. Doch es müssen nicht immer überteuerte Ersatzprodukte sein. Linsen enthalten beispielsweise auf 100 g mehr Protein als Rinderhackfleisch. Auch die Nährwerte wie Kalzium, Magnesium und Eisen sind in den Hülsenfrüchten viel höher. Zudem haben sie einen niedrigeren Wasserverbrauch beim Anbau und stoßen weniger Treibhausgase aus als die Fleischproduktion.

Schritt 2: Regional, saisonal und plastikfrei einkaufen

Essen spielt eine große Rolle in unserem ökologischen Fußabdruck: Allein 35 % fallen bei der Berechnung auf die Ernährung zurück, wohingegen der Konsum nur 18 % ausmacht. Dabei ist es nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch woher die Lebensmittel stammen und wie sie verpackt sind. Wie schon altbekannt ist, sorgt Plastik für erhebliche Probleme auf der Welt und in den Meeren. Außerdem setzen sie jede Menge Treibhausgase frei – bei der Produktion und bei der Verbrennung. Alternativ kannst du einen Stoffbeutel beim nächsten Einkauf mitnehmen und auf Einwegprodukte sowie auf in Plastik eingepackte Lebensmittel verzichten. Mit dieser Methode sparst du eine Menge Plastik ein.

Es ist nicht nur wichtig, plastikfrei einzukaufen, sondern auch in Maßen einzukaufen statt in Massen. Pro Person landen in Deutschland circa 75 kg Lebensmittel im Müll. Diese Abfälle können vermieden werden durch bewusstes Einkaufen. Importierte Lebensmittel wirken sich dabei stärker auf den Klimawandel aus, als aus der Region stammende Beeren oder Äpfel. Gerade Lebensmittel, die mit dem Flugzeug aus fernen Ländern importiert und gelagert werden müssen, belasten die Umwelt. Früchte wie Bananen werden teilweise noch unreif gepflückt, damit sie während des Transports reifen und den optimalen Reifegrad haben, wenn sie in unseren Supermärkten landen.

Tipp: Nicht immer sind regionale Lebensmittel wie Äpfel die bessere Wahl. Ab April lagern auch diese in Kühlhäusern in Deutschland und verbrauchen wertvolle Energien. Deshalb sollte man Äpfel nicht nur regional, sondern auch saisonal nur bis April kaufen.

Schritt 3: Das Auto stehen lassen

Aus Bequemlichkeit nutzen viele Menschen für kurze und lange Strecken das Auto. Dieser Lebensstil sorgt jedoch für einen hohen Ausstoß von CO2. Dabei wäre es für die Umwelt besser, kürzere Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen oder zu Fuß. Das spart nicht nur CO2, sondern sorgt auch für zusätzliche Bewegung. Ebenfalls verringerst du so die Benzinkosten. Für weitere Wege eignen sich auch die öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen oder Züge. Auch Elektromobilität bekommt immer mehr Aufmerksamkeit im Zuge des Klimawandels und des ökologischen Fußabdrucks.

Das Fliegen mit dem Flugzeug wirkt sich ebenfalls negativ auf das Klima aus. Allein 2 % der globalen CO2-Emissionen kommen der Luftfahrt zu Schulden. Aus diesem Grund gilt das Flugzeug als das klimaschädlichste Fortbewegungsmittel. Alternativ sollten mehr Menschen die umweltfreundlicheren Busse und Bahnen nutzen. Mittlerweile gibt es viele kostengünstige Angebote, die dich zu deinem Ziel bringen.

Schritt 4: Strom sparen und Heizungen runter drehen

Strom zu sparen erfreut nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. So lohnt sich der Umstieg auf energiesparende Lampen, die nicht nur eine längere Lebensdauer als alte Glühbirnen haben, sondern auch weniger Strom verbrauchen. Elektrische Geräte, die nicht verwendet werden, sollten nicht im Stand-by-Modus bleiben, sondern ausgesteckt werden. Denn auch im Stand-by-Modus verbrauchen sie Strom. Auch Lichter sollten ausgeschaltet werden, wenn man sie nicht braucht. Der Wechsel zu Ökostrom kann beinahe zwei Tonnen CO2 pro Jahr bei einem vier Personen Haushalt einsparen. Dabei gehört Windkraft zu den nachhaltigeren Energien.

Wer das Klima schützen und seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern will, der sollte in Zukunft auch das Heizen im eigenen Haus überdenken. Die optimale Raumtemperatur im Wohnbereich beträgt 20 °C. In der Nacht macht es Sinn, die Temperatur auf 16 °C herunterzudrehen. Denn jedes Grad weniger spart fast 6 % Energie. Richtiges Heizen bedeutet, dass die Fenster während des Heizens nicht offenstehen und sich keine Gegenstände vor den Heizungen befinden. Nur so kann die Luft optimal zirkulieren.

Schritt 5: Nicht alles neu kaufen

Nicht immer müssen alte Möbel oder Elektrogeräte entsorgt werden. Oft lassen sie sich mit ein wenig Geschick reparieren oder neugestalten. Sollte ein Gerät dennoch kaputt sein, kann man sich ein neues gebraucht kaufen oder falls man es nicht so oft benötigt, einfach im Fachhandel oder von Freunden leihen. So kannst du viel Geld sparen. Wenn das Gerät neu gekauft werden muss, sollte auf eine faire Produktion geachtet werden.

Auch alte Kleidung muss nicht weggeworfen werden, wenn sie nicht mehr passt. In vielen Städten gibt es Altkleidercontainer oder Flohmärkte. So können sich noch andere Menschen über die gebrauchte Kleidung freuen.

Nico Grieger
Nico Grieger
Referent Konzernkommunikation
Nach seiner Ausbildung bei EWE ist Nico in der Konzernkommunikation gestartet. Jeden Tag arbeitet er daran, dass EWE auch online mit passenden Websites präsent ist und gefunden wird. Darunter fällt auch dieser Klimablog. Schon seit langer Zeit befasst er sich mit den Themen richtige Kommunikation und Nachhaltigkeit. Neben seinen Aufgaben in der digitalen Kommunikation macht er ein Studium im Bereich Medienmanagement.  In seiner Freizeit ist Nico ein wahrer Musik-Enthusiast – in fast allen Genres fühlt er sich zuhause.
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