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Mit weniger Konsum gegen den Klimawandel

Nico Grieger
22.10.2021 9
Ausgestreckte Hand in einem Meer aus Plastikflaschen Foto: ©lassedesignen - stock.adobe.com

Heutzutage leben wir in einer Konsumgesellschaft und besitzen durchschnittlich über 10.000 Dinge. Wie viele wir davon brauchen und wirklich benutzen, macht jedoch nur einen Bruchteil davon aus. Diese Sachen stauen sich meist in Kellern oder auf Dachböden und werden nur wenig genutzt. Ein hoher Konsum sorgt nicht nur für volle Schränke und Regale, sondern mit der Zeit auch für ein leeres Portemonnaie. Immer wieder wird nebenbei Geld für kleine Dinge ausgegeben, die oft nicht notwendig und aus Spontanität heraus gekauft worden sind. Dies wirkt sich früher oder später negativ auf die Umwelt aus, denn so werden mehr Ressourcen verbraucht, als eigentlich benötigt werden.

Weniger Konsum im Alltag bedeutet aber nicht zwingend Konsumverzicht oder weniger Wohlstand. Weniger zu konsumieren für den Klimaschutz bedeutet auch, bewusst zu konsumieren und auf nachhaltige Alternativen umzusteigen.

Der ökologische Fußabdruck

Wer seinen Konsum einschränkt, der verkleinert seinen ökologischen Fußabdruck. Denn neben der Ernährung, dem Wohnen und der Mobilität bildet der Konsum einen großen Anteil des Fußabdrucks. Als ökologischer Fußabdruck wird die Fläche bezeichnet, die ein Mensch benötigt, um den täglichen Bedarf an Ressourcen abzudecken. In Deutschland ist der durchschnittliche ökologische Fußabdruck zu hoch, da wir in einer Konsumgesellschaft leben. Das heißt, es gibt zu wenig Fläche beziehungsweise Rohstoffe, damit diese der Nachfrage entsprechen. Wir leben somit in einem Defizit. Aus diesem Grund ist es wichtig, weniger zu konsumieren und damit weniger Rohstoffe zu verbrauchen sowie weniger CO2 freizusetzen. Nur durch einen nachhaltigen Lebensstil kann gewährleistet werden, dass nachfolgenden Generationen die benötigten Ressourcen zur Verfügung stehen.

Minimalismus

Unter Minimalismus fasst man einen Lebensstil, bei dem man bewusst nur die Sachen besitzt, die man wirklich zum Leben braucht. Man verzichtet so auf unnötige Dinge, um gegen den Konsumwahn zu arbeiten. Was man zum Leben braucht, muss jeder selbst für sich entscheiden, doch generell gilt: Dinge, die schon lange nicht mehr im Einsatz waren oder dich nicht glücklich machen, können getrost weggegeben oder verkauft werden. Für das Ausmisten gibt es verschiedene Methoden, die mehr oder weniger radikal sind. Nach dem Aussortieren von Dingen, die du nicht mehr benötigst, kannst du diese verschenken oder weiterverkaufen. So kann sich jemand anderes über die Dinge freuen und sie werden quasi recycelt. Auf diese Weise wird die Wegwerfkultur aufgehalten.

Tipps für weniger Konsum

Ein minimalistischer Lebensstil bringt ein bewussteres Konsumverhalten mit sich. Im Folgenden haben wir fünf weitere Tipps für dich, die dir den Einstieg in weniger Konsum erleichtern können:

Bewusst Werbestrategien wahrnehmen

Oft gibt uns Werbung in den sozialen Medien, auf Plakaten oder im Fernsehen das Gefühl, dass wir eine bestimmte Sache unbedingt brauchen, um besser leben zu können. Dass das nicht der Fall ist, wird einem schnell klar: Nicht jeder braucht zwingend fünf Gesichtscremes oder Deodorants. Werbung ist heutzutage überall. Ihr zu entfliehen ist beinahe unmöglich, jedoch kann die bewusste Wahrnehmung von Werbung dazu beitragen, seinen Konsum zu reduzieren. Fragen wie „Brauche ich das wirklich? Welchen Mehrwert bietet mir dieses Produkt?“ können dazu beitragen, den Werbefallen nicht zu verfallen und die Ausgaben unter Kontrolle zu halten. Auch das Deabonnieren von Newslettern kann hilfreich sein, um den kleinen Versuchungen im Alltag zu widerstehen.

Bestimmte Strategien wie „Zwei weitere Nutzer schauen sich das Produkt gerade an.“ oder „Nur noch einmal auf Lager!“ geben uns das Gefühl, dass wir schnell handeln und das Produkt noch vor anderen Menschen kaufen müssen. Mache dir bewusst, dass dies nur Verkaufsstrategien sind und das Produkt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch am nächsten Tag oder im nächsten Monat verfügbar ist. Überlege dir auch, wie deine Stimmung wäre, wenn das Produkt nicht mehr verfügbar ist

Foto: Getty Images Einkaufswagen im Supermarkt

Einkäufe planen

Wer seine Einkäufe plant und nicht aus Spontanität einkaufen geht, kann viel Geld und Ressourcen sparen. Auch eine Wunschliste kann dazu beitragen, Spontankäufe zu vermeiden und unnötige Dinge zu kaufen. Denn wenn man eine Zeit lang mit dem Kauf wartet, fällt einem manchmal auf, dass man dieses Produkt doch nicht braucht und es nur aus Emotionen heraus gekauft hätte. Auch das Festlegen eines bestimmten Budgets hilft dir dabei, nur das Nötigste zu kaufen und auf zusätzliche Produkte zu verzichten.

Recycling und Secondhand

Wenn du dir schon lange etwas kaufen möchtest und du das Gefühl hast, dass es dich glücklich macht, dann musst du es nicht direkt neu im Laden kaufen. Denn oft gibt es Menschen, die genau dieses Produkt nicht mehr benötigen, es aber noch im einwandfreien Zustand ist. So kannst du dich beispielsweise an einem neuen Secondhand-Kleidungsstück für wenig Geld erfreuen, während der andere ein bisschen Geld verdient hat. Der Vorteil: Es mussten keine neuen Rohstoffe dafür verbraucht werden. Auch das Leihen oder Reparieren von Kleidung sorgt für weniger Konsum und wirkt sich positiv auf die Umwelt aus.

Foto: Getty Images Haus aus Geldscheinen

Mit Bargeld bezahlen

Im Laden mit der Kreditkarte zu bezahlen ist zwar bequem, jedoch verlieren wir schnell den Überblick über die Finanzen, da das Geld im Portemonnaie nicht sichtlich weniger wird. Erst nach ein paar Tagen kommt auf dem Konto das böse Erwachen. Um dem entgegenzuwirken macht es Sinn, sich mit Bargeld vor Augen zu führen, wie viel Geld man für Dinge ausgibt. In Zeiten der Pandemie sollte man auf das Bezahlen mit Bargeld jedoch weitestgehend verzichten und mit der Kreditkarte zahlen. Hier kann es helfen, sich die Ausgaben genau aufzuschreiben oder ein Limit festzusetzen.

Nachhaltig konsumieren

Wer nicht weniger konsumieren und verzichten will, der kann versuchen, nachhaltiger zu konsumieren. Denn ein Stoffbeutel wird wahrscheinlich nicht so schnell reißen wie eine Plastiktüte und ein Wattepad aus Baumwolle kannst du öfters nutzen als ein Herkömmliches. So musst du auf bestimmte Produkte nicht per se verzichten und kannst sie sogar wiederverwenden. Auch ethisch nachhaltig produzierte Produkte sind oft hochwertiger und verbrauchen weniger Ressourcen.

Nico Grieger
Nico Grieger
Referent Konzernkommunikation
Nach seiner Ausbildung bei EWE ist Nico in der Konzernkommunikation gestartet. Jeden Tag arbeitet er daran, dass EWE auch online mit passenden Websites präsent ist und gefunden wird. Darunter fällt auch dieser Klimablog. Schon seit langer Zeit befasst er sich mit den Themen richtige Kommunikation und Nachhaltigkeit. Neben seinen Aufgaben in der digitalen Kommunikation macht er ein Studium im Bereich Medienmanagement.  In seiner Freizeit ist Nico ein wahrer Musik-Enthusiast – in fast allen Genres fühlt er sich zuhause.
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Kommentare
1  Kommentar(e) zu:  Mit weniger Konsum gegen den Klimawandel
Rosalie 11:47 26.11.2021
Wichtiges Thema, besonders jetzt zu Weihnachten, wenn es beim Konsum mehr ums Ritual, als um die Sinnhaftigkeit geht. Gerade weil ich ein Kind habe, würde ich die Umwelt und die Zukunft meines Kindes gerne viel weniger mit Schickschnack-Einkäufen belasten, und gerade weil ich ein Kind habe, fällt mir das immer wieder schwer...
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