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Schon gewusst?

Blühstreifen - Definition und Wissenswertes

10.03.2022 5 Min 30

Blühstreifen werden nicht nur auf dem Land, sondern auch in großen Städten immer beliebter, da sie die Biodiversität fördern. Gemeint sind damit kleine oder große Grünflächen, auf denen eine Mischung aus Wildblumen und Kulturpflanzen wächst. Diese Blühstreifen ziehen Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge an und sollen so die Insektenpopulation anregen. Doch warum brauchen wir mehr Blühstreifen und bienenfreundliche Gärten? In diesem Artikel erfährst du mehr über die Vorteile der Blühflächen. 

Rote und violette Blumen auf einer Wiese
Das Problem: Rückgang der Insektenpopulation

Besonders in der Stadt ist ein deutlicher Rückgang von Insekten- und Vogelarten zu sehen aufgrund von fehlenden Grünanlagen. Es fehlt an Blüten und Kräutern, die für die Insekten eine wichtige Nahrungsquelle sind. Auch geeignete Nistplätze sind in großen Städten selten geworden. Zusammengefasst liegt das insbesondere an:  

  • Anpflanzung von Monokulturen 
  • Einsatz von Herbiziden und Insektiziden 
  • Ausbau der innerstädtischen Flächen 
  • Radikale Rückschnitte von Gärten 

So finden Insekten und Vögel keine Ruheplätze und keine Nahrung mehr. Aus diesem Grund verschwinden sie langsam aus der Stadt und ziehen sich in ländlichere Gebiete zurück. Um den Artenschutz zu gewährleisten, ist auch der Klimaschutz wichtig. Wie Windkraft und Artenschutz zusammenhängen, kannst du in unserem Blogbeitrag nachlesen. Ebenfalls haben wir uns mit den Maßnahmen zum Vogelschutz auseinandergesetzt. 

Die Idee

Zur Förderung und Erhaltung der Insektenpopulation werden sogenannte Blühflächen errichtet. Das sind kleine oder große Flächen, auf denen viele Pflanzenarten wachsen, die insektenfreundlich sind. Die Streifen sehen in bebauten Städten nicht nur schön aus mit ihren bunten Blüten, sondern locken zudem viele Tiere an. Studien haben gezeigt, dass die Wiesen auch von bedrohten Arten genutzt werden. Besonders Bienen und Schmetterlinge werden wahrlich angezogen von den duftenden Blüten. Aus diesem Grund ist es wichtig, mehr Blühflächen nicht nur auf dem Land zu errichten, sondern auch in Städten. 

Blühstreifen in der Stadt

Gerade in der Stadt gibt es immer weniger grüne Flächen, da die Anzahl an Industrieflächen und Wohnsiedlungen steigt. Doch diese Grünflächen mit einer Vielfalt von Pflanzenarten sind wichtig für die Biodiversität. In der Stadt findet man Blühflächen oft schon auf Verkehrsinseln oder am Straßenrand. Um die Insektenpopulation anzuregen, bedarf es auch in den Innenstädten mehr Blühstreifen mit einer Mischung aus verschiedenen bienenfreundlichen Pflanzen. 

Auf dem Land wiederum sind die Streifen schon häufig an Ackerrändern zu finden. Hier wachsen die Pflanzen im Gegensatz zu den Flächen in der Stadt oft natürlich ohne Saatgut durch den Nutzungsverzicht und wurden nicht künstlich angelegt. So wachsen auf den sogenannten Grünbrachen ohne Aussaat natürlich vorkommende Pflanzenarten, die typisch für den Standort sind. Landwirte können sogar finanzielle Unterstützung bekommen, wenn sie zur Förderung der Insektenpopulation einen Blühstreifen in einer gewissen Größe errichten. Einige Landwirte bieten sogar Blühpartnerschaften an.  

Welche Pflanzen für den Blühstreifen?

Auf den Blühstreifen findet man viele verschiedene Pflanzenarten. Diese wachsen entweder natürlich dort oder durch Aussaat. Oft handelt es sich um Wildpflanzen, doch auch Kulturarten sind auf bepflanzten Streifen zu finden. Es sollte bei der Ansaat darauf geachtet werden, nur die Pflanzen einzusäen, die in der Region heimisch sind. Generell unterscheidet man zwischen einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Pflanzen. In Gärtnereien und Baumärkten bekommst du das passende Saatgut für die Anlage eines Blühstreifens. Zu den mehrjährigen Pflanzen gehören:  

  • Mariendistel 
  • Wilde Möhre 
  • Rot- und Weißklee 
  • Rainfarn 
  • Esparsette 
  • Königskerze 

Beliebte einjährige Pflanzen für die Ansaat auf einem Blühstreifen sind folgende Arten:  

  • Buchweizen 
  • Phacelia 
  • Ölrettich 
  • Kornblume 
  • Borretsch 
  • Gelbsenf 

Mehrjährige Pflanzen blühen im Gegensatz zu einjährigen für mehrere Jahre. So muss nicht jedes Jahr neues Saatgut ausgesät werden. 

Der Blühstreifen für Zuhause

Wer dem Insektensterben selbst die Stirn bieten und helfen möchte, der kann in seinem eigenen Garten eine Blühfläche pflanzen. In verschiedenen Fach- und Baumärkten kannst du Saatgut für Wildblumen und insektenfreundliche Blühmischungen für die Anlage kaufen. Falls du dir unsicher bist, welche Pflanzen sich besonders gut für den Bienengarten eignen, kannst du auf Saatgutmischungen zurückgreifen, auf denen explizit angegeben ist, dass sie sich für eine Bienenweide eignen. Dieses Saatgut ist in vielen Fachbetrieben erhältlich. Achte bei dem Saatgut darauf, dass es sich um in der Region heimische Pflanzen handelt.

Wichtig bei der Anlage eines Blühstreifens ist außerdem, dass die Flächen nicht gedüngt oder mit Pestiziden behandelt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Blühflächen mit reichlich Abstand zu Beeten oder Gärten anzulegen, in denen mit Pestiziden gearbeitet wird.  

Insektenfreundlicher Garten

Neben einem Blühstreifen wird auch eine Kräuterspirale im Garten bei Bienen und anderen Insekten geschätzt. Besonders Kräuter wie Salbei oder Thymian bilden eine Nahrungsquelle für die Insekten. Die Kräuterspirale kann ebenfalls als Nistplatz genutzt werden, da sie viele Hohlräume besitzt. Wer gerne handwerklich im Garten aktiv ist, kann Insektenhotels oder Nistkästen bauen. Alternativ kannst du diese auch in Baumärkten kaufen.

Verzichte generell auf Chemie in deinem Garten und mähe deinen Rasen nicht überall kurz. Gegen Schädlinge wie Milben kannst du beispielsweise mit Nützlingen wie Florfliegen oder Marienkäfer vorgehen. Ein naturnaher, giftfreier Garten mit Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten ist ein wahres Paradies für Insekten und Vögel. 

Blühwiesen in der Region

Auf dem Gelände der Bezirksmeisterei Aurich/Großefehn hat EWE NETZ aus einer ca. 1.500 Quadratmeter großen ungenutzten Rasenfläche eine Blühwiese geschaffen. Durch dieses Naturprojekt soll einheimischen Insektenarten wie z. B. Faltern, Käfern, Wildbienen und Hummeln ein artgerechtes Zuhause geboten werden. Ein kleiner Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität, die EWE bis zum Jahr 2035 schaffen möchte.

Die Blühwiese wurde erfolgreich in den vergangenen Monaten angelegt, sodass die Mitarbeitenden vor Ort bereits jetzt auf eine blühende Wiese blicken können. Durch das Nutzen der bisherigen freien Rasenfläche wird das Geschäftsfeld Energienetze wiederholt aktiv, um die Artenvielfalt der Insekten zu schützen. Die Initiative für das Anlegen stammt von den Mitarbeitenden der Bezirksmeisterei Aurich/Großefehn. 

Die EWE NETZ GmbH hatte 2020 in Sande in Zusammenarbeit mit der NABU-Ortsgruppe eine ca. 2.600 Quadratmeter große Blühwiese am Sander See angelegt. Nachahmen erwünscht! 

Viele Grüße,
  • Irina Wolk
Irina Wolk
Irina Wolk
Leiterin Kommunikationsstrategie und Evaluation
Irina ist Volkswirtin und Germanistin – öffentliche Diskurse über gesellschaftlich bedeutsame Themen wie den Klimawandel interessieren sie seit jeher. Wie wir im Kleinen und im Großen noch schneller in Bewegung kommen können, beschäftigt Irina nicht nur bei EWE: Auch in ihrer Familie geht es häufig um nachhaltige Entscheidungen, zum Beispiel für weniger Würstchen im Kühlschrank und mehr Urlaub an der Nordsee.
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