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Erneuerbare Energien: Was ist das und warum sind sie wichtig?

17.03.2022 6 Min 31

Über kaum ein Thema wird in Wirtschaft und Gesellschaft so häufig gesprochen wie über erneuerbare Energien. Sie sollen dafür sorgen, den Klimawandel zu verlangsamen, die Energiewende umzusetzen, Verkehr, Heizen und unseren Stromverbrauch nachhaltig zu gestalten und in der Energieversorgung von anderen Ländern unabhängig zu werden. Doch was sind eigentlich erneuerbare Energien, worin besteht ihre Erneuerbarkeit und warum sind sie so wichtig? 

Frau mit Kind auf dem Arm vor einer Wise mit WIndkraftanlagen vor einem Sonnenuntergang

Was sind erneuerbare Energien?

Erneuerbare Energien – auch regenerative Energien genannt – bezeichnen Energiequellen, die potenziell endlos zur Verfügung stehen oder schnell wieder nachwachsen können und daher in hohem Maße nachhaltig sind. 

Zu den erneuerbaren Energien zählen:

  • Windkraft
  • Photovoltaik und Solarthermie
  • Geothermie
  • Wasserkraft
  • Biomasse

Auch wenn die Sonne beispielsweise nicht zu jeder Tageszeit scheint und der Wind nicht immer gleich stark weht, stehen diese Energieträger perspektivisch dennoch ewig zur Verfügung, da sie nicht im klassischen Sinne aufgebraucht werden oder im Falle von Biomasse in relativ kurzer Zeit nachwachsen können. Anders sieht dies bei den fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas, Erdöl oder Uran aus: Das Vorkommen dieser Ressourcen auf der Erde ist begrenzt und ihre Nutzung somit nicht endlos möglich.

Doch es gibt noch weitere Gründe, weshalb erneuerbare Energien den fossilen Energieträgern vorgezogen werden: Bei der Förderung von Erdöl oder Erdgas, ihrer Nutzung beispielsweise als Treibstoff im Verkehr und dem Betrieb von Kohlekraftwerken entstehen große Mengen an Treibhausgasen wie CO2, die den Klimawandel vorantreiben und der Umwelt schaden. Bei der Atomkraft stellt neben der Ressourcenknappheit darüber hinaus vor allem die unsichere Entsorgung der hoch radioaktiven Abfälle einen großen Nachteil dar. 

Was genau sind also erneuerbare Energien und wie funktionieren sie im Einzelnen?

Was ist Windkraft?

Windkraft bezeichnet die Nutzung des Windes als erneuerbare Energiequelle. Wind ist immer an irgendeinem Punkt der Erde verfügbar und kann besonders an exponierten Orten wie auf See oder in großer Höhe als Windenergie genutzt werden. Bereits vor hunderten von Jahren wurde Windkraft in Windmühlen genutzt, um beispielsweise Getreide zu mahlen. Heutzutage wird in großen und komplexen Windenergieanlagen mithilfe von Rotoren Windenergie erzeugt.

Was viele überraschen mag: Windenergie ist mit einem Anteil von 23,1 % an der Stromerzeugung im Jahre 2021 bereits die stärkste und wichtigste Energiequelle in Deutschland – noch vor den fossilen Energieträgern. Der aus Windkraft gewonnene Strom wird überwiegend an Land gewonnen, aber auch zahlreiche Windräder in Offshore-Windparks tragen zur Einspeisung von Strom ins Netz bei. 

Was ist Photovoltaik?

Mit Photovoltaik ist die Nutzung der Sonnenenergie zur Erzeugung von Strom gemeint. Das Wort Photovoltaik setzt sich dabei aus dem griechischen Wort „photo“ für „Licht“ und „Volt“ als Einheit der elektrischen Spannung zusammen. Sonnenenergie wird überwiegend mithilfe von Solaranlagen auf Hausdächern oder in großen Freiflächenanlagen mit Solarmodulen gewonnen.

Privaten Verbrauchern ermöglicht die immer weiter fortschreitende Technologie, einen großen Teil ihres Eigenverbrauchs durch den Solarstrom zu decken oder ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen und anderen Haushalten zur Verfügung zu stellen. In Deutschland lag der Anteil der Netzeinspeisung und des Eigenverbrauchs von Solarenergie im Jahre 2021 bei 9,9 %.

Nicht zu verwechseln ist Photovoltaik mit Solarthermie, bei der die Sonnenenergie mithilfe von Kollektoren in Wärme umgewandelt wird – diese kann anschließend zum Heizen genutzt werden und stellt so eine nachhaltige Alternative zu Gas- oder Ölheizungen dar.

Was ist Geothermie?

Bei Geothermie handelt es sich ebenfalls um Wärme – nämlich Erdwärme. Je tiefer man in den Erdboden eindringt, desto höher steigen dort die Temperaturen. Diese Erdwärme stellt somit eine erneuerbare Energiequelle dar. Als Verbraucher kannst du oberflächennahe Erdwärme im eigenen Haushalt mittels einer Wärmepumpe zum Heizen und für Warmwasser nutzen. 

In tieferen Erdschichten kann Geothermie an geeigneten Orten auch in größerem Maße ausgenutzt werden – günstige Voraussetzungen bietet zum Beispiel das süddeutsche Molassebecken zwischen den Alpen und der Donau. 

Was ist Wasserkraft?

Ähnlich wie Windkraft wird auch Wasserkraft bereits seit tausenden Jahren zur Energieerzeugung genutzt. Wasserkraft entsteht durch die Bewegungsenergie von fließendem Wasser und ist somit ebenfalls eine quasi unerschöpfliche und regenerative Energie. In Wasserkraftwerken kann diese in elektrische Energie umgewandelt werden.

In Deutschland gibt es derzeit rund 7.300 Wasserkraftwerke. Im Jahre 2021 zeichneten diese für 4 % der Nettostromerzeugung in Deutschland verantwortlich. 

Was ist Biomasse?

Biomasse bezeichnet vor dem Hintergrund der erneuerbaren Energien alle Stoffe, die pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind und als Energieträger dienen. Biomasse kann fest, flüssig oder gasförmig sein.

Zur Biomasse gehören:

  • Holz (in Form von Scheitholz, Pellets o. Ä.)
  • Pflanzen (z. B. Mais, Zuckerrüben)
  • Gartenabfälle
  • Gülle
  • Biogas
  • Bioethanol

Durch die Vergärung von Pflanzen oder Gülle kann in Biogasanlagen Biogas gewonnen werden. In Blockheizkraftwerken wird aus dem Biogas mittels Kraft-Wärme-Kopplung elektrische Energie und Wärme erzeugt. Auch Holz erzeugt durch Verbrennung in deinem heimischen Kamin oder in großen Kraftwerken Energie.

Biomasse gilt als nachhaltige und CO2-neutrale Energiequelle. Zwar wird bei der Verbrennung von Holz oder Pflanzen Kohlenstoffdioxid freigesetzt – jedoch nur genau so viel CO2, wie die Bäume und Pflanzen vorher gespeichert haben. Da die zugrunde liegenden Rohstoffe zudem nachwachsen, handelt es sich bei Bioenergie aus Biomasse um erneuerbare Energie. In Deutschland stammten im Jahre 2021 8,8 % des erzeugten Stroms aus Biomasse. 

© Fraunhofer ISE Grafik zur öffentlichen Nettostromversorgung

Warum sind erneuerbare Energien so wichtig?

© Umweltbundesamt Grafik zur vermiedenen Treibgas-Emission

Wie eingangs festgestellt gelten erneuerbare Energien als Lösung für vielschichtige Probleme der Stromerzeugung und Versorgungssicherheit. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist es wichtig, dass wir unsere Leben nachhaltiger gestalten und den Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Das betrifft nicht nur unser Konsumverhalten, sondern auch welche Verkehrsmittel und Kraftstoffe wir nutzen und nicht zuletzt wie wir unsere Häuser heizen und Energie verbrauchen. 

Berechnungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWI) ergaben, dass im Jahr 2020 dank erneuerbarer Energien Treibhausgasemissionen in der Höhe von rund 230 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden werden konnten. Über 179 Millionen Tonnen konnten im Stromsektor eingespart werden – 100 Millionen Tonnen sind dabei auf Strom aus Windenergieanlagen zurückzuführen. Im Wärmesektor konnten zudem rund 41 Millionen Tonnen und im Verkehrssektor dank Biokraftstoffen 11 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden.

Erneuerbare Energien bieten somit riesiges Potenzial, auf lokaler Ebene unseren ökologischen Fußabdruck zu verbessern, aber auch im großen Stil ganze Industriezweige nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Die Nutzung regenerativer Energien vermeidet dabei nicht nur Treibhausgase, sondern nutzt nachwachsende oder unendlich verfügbare Ressourcen – so erhalten wir ein hohes Maß an Versorgungssicherheit, verhindern eine Ressourcenknappheit und setzen auch im Sinne kommender Generationen auf Nachhaltigkeit.

Wie kann ich erneuerbare Energien nutzen?

Angesichts dieser positiven Effekte regenerativer Energiequellen fragst du dich vielleicht: Wie kann ich selbst erneuerbare Energien nutzen? Selbstverständlich können wir als normale Bürger nicht ohne Weiteres ein Kraftwerk mit Wärme-Kopplung oder ein Wasserkraftwerk in Betrieb nehmen. Doch die erneuerbaren Energien können wir uns auf vielfältige Weise bereits im kleinen Rahmen zunutze machen: 

  • Solaranlage oder Solarthermieanlage auf dem Dach oder als kleine Balkon-Anlage
  • Regenerative Wärmepumpe zum Heizen und für Warmwasser
  • Bürgerbeteiligung an Windkraftanlage
  • Stromtarif mit Grünstrom wählen

Tipp: Für die Investition in erneuerbare Energien zum Beispiel zum Heizen oder zur Stromerzeugung im eigenen Haushalt mit einer Solaranlage oder einer energieeffizienten Wärmepumpe gibt es von Bund und Ländern attraktive Förderungen. Und wer im kleinen Rahmen anfangen möchte, kann einen ökologischen Stromtarif mit Strom aus erneuerbaren Energien wählen oder sich zum Aufladen des Handys eine solarbetriebene Powerbank zulegen. 

Viele Grüße,
  • Nico Grieger
Nico Grieger
Nico Grieger
Referent Konzernkommunikation
Nach seiner Ausbildung bei EWE ist Nico in der Konzernkommunikation gestartet. Jeden Tag arbeitet er daran, dass EWE auch online mit passenden Websites präsent ist und gefunden wird. Schon seit langer Zeit befasst er sich mit den Themen richtige Kommunikation und Nachhaltigkeit. Neben seinen Aufgaben in der digitalen Kommunikation macht er ein Studium im Bereich Medienmanagement.  In seiner Freizeit ist Nico ein wahrer Musik-Enthusiast.
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