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Aktionen

Der Weltwassertag − 10 Tipps zum Wassersparen

24.03.2022 7 Min 35

Am 22. März jeden Jahres findet der Weltwassertag statt. Ein Gedenk- und Aktionstag der unter anderem an die Besonderheiten von Wasser als essenziellste Ressource allen Lebens, die Leiden unzähliger Menschen durch die Knappheit von Wasser und die Folgen des Klimawandels erinnern soll. 

Der Weltwassertag fand 1993 erstmalig statt und wird seither dazu genutzt konkrete Aktionen zum Thema Wasser zu fördern. Dabei wird der Aktions- und Gedenktag jährlich unter ein anderes Motto gestellt. So lautete das Motto in den vergangenen zwei Jahren zu Beispiel: „Wasser und Klimawandel“ (2020) und „Wasser schützen“ (2021). In diesem Jahr – 2022 – soll auf die Bedeutung des Grundwassers aufmerksam gemacht werden, indem der Weltwassertag unter dem Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schutz“ stattfindet. 

Hände über die Wasser aus einem Rohr läuft

Warum gibt es den jährlichen Weltwassertag?

In der im Jahr 2015 beschlossenen 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung wurden auch wasserbezogene Ziele, besonders das Nachhaltigkeitsziel 6 „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgungen für alle gewährleisten“ festgehalten. Mit den Weltwassertagen soll die Öffentlichkeit auf diese von den Vereinten Nationen festgelegten, globale Ziele, die Vorzüge aber auch die Herausforderungen aufmerksam gemacht werden. Mithilfe von Aktionen und Informationen soll dann dazu motiviert werden, dass sich die Menschen für die Umsetzung dieser Ziele einsetzten. 

Wissenswertes zum Grundwasser

Wir alle wissen, dass Wasser unersetzlich ist – für uns Menschen, für Tiere und Pflanzen und als Rohstoff. Auch haben wir in frühen Schuljahren gelernt, dass es Wasser auf der Erde im Überfluss gibt, schließlich sind rund 70% der Erdoberfläche hiervon bedeckt. Ein Großteil dieses Wassers ist jedoch Salzwasser und nur ca. 2,5% sind der globalen Wasserressourcen sind Süßwasser. Und davon ist dann auch noch ein großer Teil in Eis und Schnee gebunden – hauptsächlich in der Antarktis und in Grönland. Jedoch bilden mehr als 30% dieses Süßwassers die unterirdischen Grundwasserressourcen und nur 0,5% sind als Oberflächenwasser verteilt.

Grundwasser besteht vereinfacht gesagt überwiegend aus Regenwasser, dass durch Boden und Untergrund bis in die so genannten Grundwasserleiter sickert. Grundwasserleiter sind Gesteinskörper, die Hohlräume aufweisen, wodurch sie sich zur Weiterleitung von Grundwasser eignen. Insgesamt stammen übrigens ca. 74% unseres Trinkwassers aus Grundwasser. Somit ist es die wichtigste Trinkwasserressource in Deutschland. 

Der Klimawandel und das Grundwasser

Das Grundwasser ist jedoch unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt – menschlichen Tätigkeiten, industriellen Prozessen und dem Klimawandel. Diese Belastungen durch Menschen und Industrie können zur Verschmutzung des Grundwassers führen, wodurch es als Trinkwasser unbenutzbar wird. Solch schädliches Verhalten wird im Rahmen des Umweltschutzes gefahndet und kann u.U. zu Strafverfahren führen. 

Doch auch der Klimawandel nimmt Einfluss auf das Grundwasser, denn die Grundwasserneubildung ist abhängig von der Verdunstung und Versickerung des Niederschlages und hierauf wirkt sich der Klimawandel aus. Trockenere Sommer, wie wir es zum Beispiel im Jahr 2018 erlebt haben, führen dazu, dass Menschen sowie die Vegetation einen höheren Wasserbedarf haben. Diese Bedarfssteigerung verstärkt die negativen Auswirkungen für Ökosysteme, die Landwirtschaft und es kann zu Engpässen in der Trink- und Brachwasserversorgung kommen. So kam es im Jahr 2018, in dem es zu rund 25% zu trocken war, zum Beispiel zu Ernteausfällen und regionalen Unterschieden in der Wasserverfügbarkeit, welche teilweise weitreichende negative Auswirkungen nahmen. 

Auch wenn Deutschland aktuell kein Wassermangelgebiet ist, kann festgestellt werden, dass sich die Niederschläge durch den Klimawandel anders über das Jahr verteilen. Das heißt es kommt, wie im Jahr 2018, zu längeren Trockenzeiten, aber auch zu häufigeren Starkregenereignissen. Solchen Starkregen kann der Boden dann nicht richtig aufnehmen, was dazu führt, dass das Wasser nicht mehr in den Grundwasserkörper gelangt. Aktuell lässt sich für Deutschland jedoch festhalten, dass die Grundwassermenge ungefähr gleichgeblieben ist. 

10 Tipps zum Wassersparen 

All dies macht also deutlich, wie wichtig ein richtiger Umgang mit Wasser ist und, dass Wassersparen sinnvoll ist. Aber wie geht das am besten? Und wo fängt man da an? 

Im ersten Schritt könnte mit einer Überprüfung auf Leckagen begonnen werden. Häufig kommt es zum Beispiel vor, dass Toilettenspülungen tropfen, welche aufs Jahr gesehen dann eine ganze Menge Wasser verbrauchen. Leider fällt dies oft erst auf, wenn die Wasserrechnung plötzlich so hoch ist. Die Überprüfung der Inneninstallation ist ganz einfach: Alle Wasserentnahmen für einen Moment stoppen und überprüfen, ob sich der Wasserzähler weiter bewegt. Passiert dies, dann kann eine Leckage geben und ein Installateur sollte zu Rate gezogen werden. 

▶ Tipp 1: Überprüfung der Inneninstallationen auf Leckagen

Hilfreich bei der Suche nach Möglichkeiten zum Wassersparen ist auch, wenn man sich mal (virtuell) durch das Haus oder die Wohnung bewegt. Fangen wir einfach mal mit einem virtuellen Gang in die Küche an: Die Umsetzung ist hier nicht schwer und wahrscheinlich machen das viele von uns schon automatisch. Spüle dein Geschirr nicht unter laufendem Wasser ab und stelle die Geschirrspülmaschine erst an, wenn sie auch voll ist. Bei letzterem kannst du so übrigens auch Strom sparen.
Passend zur Küche können wir auch bei unserem Ess- und Trinkverhalten Wasser sparen. Das geht, indem wir Leitungswasser anstelle von gekauftem Mineralwasser, Softdrinks und Säften trinken und indem wir vermehrt auf vegane und vegetarische Alternativen für Fleisch zurückgreifen. Ersetze ich zum Beispiel 3 Liter meiner Getränke durch Leitungswasser und 7 meiner fleischhaltigen Mahlzeiten durch vegane/vegetarische Alternativen kann ich jeweils bis zu 5 Kilo CO2 (also insgesamt bis zu 10 Kilo CO2) einsparen. Übrigens beträgt der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Veganers 710 Kubikmeter und eines Vegetarier 1060 Kubikmeter, während ein Fleischesser einen durchschnittlichen Wasserverbrauch von 1580 Kubikmetern hat. 

▶ Tipp 2: Geschirr nicht unter laufendem Wasser abspülen
▶ Tipp 3: Den Geschirrspüler erst anstellen, wenn er voll ist
▶ Tipp 4: Auf Leitungswasser und Fleisch-Alternativen umstellen

Wenn wir dann von der Küche in den Waschraum gehen, kann hier Wasser eingespart werden, indem Armaturen mit Durchflussbegrenzungen eingesetzt werden. Denn durch solche wird der Wasserdurchsatz auf das Notwendige Maß reduziert. Bei der Nutzung der Waschmaschine sollte auch darauf geachtet werden, dass diese erst angestellt wird, wenn sie voll ist und dann sollte der Eco-Modus der Maschine genutzt werden. 

▶ Tipp 5: Armaturen mit Durchflussbegrenzungen nutzen
▶ Tipp 6: Nur volle Waschmaschinen im Eco-Modus anstellen

Auf unserem Weg durchs Haus/die Wohnung kommen wir dann ins Badezimmer – definitiv ein Ort in dem viel Wasser genutzt wird. Eigentlich kann man auch sagen, dass dieser ganze Raum der Wassernutzung gewidmet ist. Somit ergeben sich hier viele Einsparmöglichkeiten. Wählt man zum Beispiel die Dusche statt der Badewanne kann neben einer Wassereinsparung auch Zeit gespart werden. Dafür muss dann allerdings darauf geachtet werden, dass man beim Einseifen unter der Dusche das Wasser abstellt. Eine weitere Sparmöglichkeit in der Dusche ist das Austauschen den Duschkopfes gegen einen Wassersparenden. Weil hierdurch ja oft auch warmes Wasser gespart wird, können so pro Jahr ca. 200 Kilo CO2 eingespart werden. Während des Zähneputzens sollte das Wasser auch ausgestellt werden, denn es gibt wirkliche keinen Grund, dass es für die 2 Minuten laufen muss. 

▶ Tipp 7: Duschen statt Baden und Wasser aus beim Einseifen
▶ Tipp 8: Einen wassersparenden Duschkopf verwenden
▶ Tipp 9: Wasser aus beim Zähneputzen

Wenn wir jetzt einmal das Haus verlassen und in den Garten gehen, fallen uns auch hier direkt Möglichkeiten zum Wassersparen auf. Denn der Garten ist gerade im Sommer ein Ort der viel Wasser benötigt, besonders mit den vermehrten Trockenzeiten, denn viele Menschen gießen ihre Pflanzen mit Trinkwasser.

„Das ist für Wasserversorger wie EWE ein richtiges Problem, weil die Verbrauchsmengen gerade in den Abendstunden im
Sommer teilweise so lange auf hohem Niveau bleiben, dass unter Umständen Schwierigkeiten dabei entstehen die
Reinwasserbehälter in den Wasserwerken über Nacht wieder vollzukriegen. Denn es soll ja am nächsten Morgen, wenn die
Leute wieder aufstehen und duschen, genügend Wasser zur Verfügung steht.“ So Holger Oeltjebruns, Leiter der
Wasserversorgung bei EWE NETZ und Experte rund ums Thema Wasser in den Podcast-Folge „Wasser sparen“ des EWE
Grüne Welle Podcasts.

Statt Trinkwasser kann zum Wässern das Regenwasser aus der Regentonne genutzt werden. Denn diese sollte auch im Sommer voll genug sein und so bietet Nicht-Trinkwasser eine perfekte Alternative. Brauner Rasen erholt sich übrigens oft von selbst wieder und muss nicht jeden Abend gewässert werden – auch wenn ein grüner Rasen verständlicherweise schöner ist. 

▶ Tipp 10: Den Garten mit Regenwasser wässern

Abschließend möchte ich noch einen Irrglauben auflösen: All die hier genannten Wasserspartipps haben keine negativen Auswirkungen auf die Wasserleitungen im Haus. 
Oft wird geglaubt, dass Wassersparen gar nicht so gut für die Wasserleitungen ist, weil diese dann nicht ordentlich durchspült werden und die Durchspülung dann wieder Energie benötigen würde. Hast du das auch schon mal gehört? Ich habe hierzu noch einmal mit unserem Wasserexperten Holger Oeltjebruns gesprochen und er hat mir erklärt, dass es dann problematisch wird, wenn wir im größeren Stil Trinkwasser durch Nicht-Trinkwasser ersetzt werden würde. Denn neben Energie wird für die Durchspülung der Leitung dann auch zusätzliches Wasser benötigt. 

Ich bin mir sicher, dass bei diesen 10 Tipps für alle etwas dabei ist. Für mich ist der nächste Schritt einen wassersparenden Duschkopf zu kaufen. Das habe ich mir direkt auf meine Einkaufsliste geschrieben. Probiere es doch einfach mal aus und lass mich wissen, wie du ab jetzt Wasser sparen wirst! 

Viele Grüße,
  • Annika Schwarzer
Annika Schwarzer
Annika Schwarzer
Mitarbeiterin Konzernkommunikation
Nachdem Annika ihre Ausbildung zur Bankkauffrau abgeschlossen hatte, entschied sie sich dazu ihrem Interesse für Kommunikation nachzugehen, indem sie ein duales Studium (B.A.) bei EWE begann. Seit dem erfolgreichen Abschluss dieses Studiums arbeitet Annika in der Konzernkommunikation und beschäftigt sich dabei unter anderem mit den Websites des EWE Konzerns wie auch diesem Klimablog. Annika setzt sich seit ihrem Studium vermehrt mit Themen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit auseinander und versucht seither täglich einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
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Kommentare
1
Wasserstoff 15:22 24.03.2022
Hallo, schöne Tipps zum anwenden. Etwas geht unter: Nicht nur den Garten mit Regenwasser gießen - wenn möglich ALLES an Regenwasser speichern, bzw. versickern lassen. Das hilft uns allen - denn bis das Oberflächenwasser in tiefere Erdschichten versickert ist dauert lange.
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