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Warum der Klimawandel alle betrifft

12.04.2022 5 Min 35

Der Klimawandel ist eine globale und von den Menschen maßgeblich verursachte Entwicklung, die nicht nur Klimaänderungen mit sich bringt, sondern sich auf vielfältige Weise auch auf die Umwelt, Gewohnheiten, Tierwelt und Wirtschaft in allen Ländern auswirkt. Steigende Durchschnittstemperaturen, ein Anstieg des Meeresspiegels und häufiger auftretende Wetterextreme sind nur einige der Folgen des Treibhauseffekts, die zahlreiche weitere Auswirkungen nach sich ziehen. 

Auch Deutschland bleibt mit Blick auf Klimaänderungen und die fortschreitende Erwärmung der Erde nicht außen vor – und zeigt, dass der Klimawandel uns alle individuell und kollektiv betrifft.

Menschengruppe hält Erde und kleine Pflanzen in den Händen

Folgen des Klimawandels in Deutschland

Bei den Folgen des Klimawandels kommen vielen zunächst schmelzende Gletscher in der Arktis, hungernde Eisbären, Waldbrände in Südeuropa oder das Auftauen des Permafrostbodens in Russland in den Sinn. Doch auch in unseren Breitengraden ist der Klimawandel längst angekommen und wirkt sich auf unser aller Leben aus. 
Deutschland ist unter anderem durch folgende Ereignisse konkret vom Klimawandel betroffen:

  • Temperaturanstieg
  • Hitzewellen und Dürreperioden
  • Schmelzende Gletscher
  • Überflutungen
  • Anstieg der Meeresspiegel
  • Artensterben

Temperaturanstieg

In Deutschland steigen die Durchschnittstemperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 deutlich an: Das aktuelle Jahrzehnt war beispielsweise um circa 1,9 Grad Celsius wärmer als die Jahrzehnte zu Beginn der Messungen (zwischen 1881 und 1910).Auch die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs nimmt zu: Zwischen den Jahren 1881 und 2019 stieg die Durchschnittstemperatur in jedem Jahrzehnt um 0,11 Grad Celsius. Für den Zeitraum zwischen 1970 und 2019 betrug der Anstieg pro Jahrzehnt allerdings bereits 0,37 Grad Celsius.

Auch in einzelnen Jahren macht sich dies bemerkbar: Die zehn wärmsten Jahre in Deutschland fanden alle seit der Jahrtausendwende statt – auf Rang 2 liegt beispielsweise das Jahr 2020 mit einer Durchschnittstemperatur von 10,4 Grad Celsius.

Insgesamt beträgt der Temperaturanstieg in Deutschland damit schon knapp 2 Grad Celsius im Vergleich zur Periode 1881 bis 1890. Die Klimaziele Deutschlands und der EU sehen jedoch vor, die Erwärmung der Erde auf maximal 2 Grad Celsius und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken. 

© Helmholtz Klima Initiative Graph mit Daten zur Temperaturanomalie der 10-Jahresperioden Deutschland

Hitze und Dürre

Im Jahre 2018 erlebte das Land eine extreme Hitzewelle, in deren Folge Deutschland im Ranking der Umweltorganisation Germanwatch 2018 auf Platz 3 der am stärksten von Extremwetter betroffenen Länder lag. Die Hitze verursachte Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent und veranlasste 8.000 Landwirte dazu, staatliche Nothilfe zu beantragen. Außergewöhnliche Hitze gefährdet neben Natur und Landwirtschaft allerdings auch uns Menschen. In den Jahren 2003, 2006 und 2015 kam es in der Bundesrepublik ebenfalls zu extremen Hitzewellen, aufgrund derer insgesamt rund 19.500 Menschen starben

Auch Waldbrände sind kein amerikanisches oder südeuropäisches Phänomen: In Deutschland treten sie immer häufiger und extremer auf. Im Jahr 2019 war mit 2.711 Hektar die größte Fläche seit 27 Jahren Waldbränden ausgesetzt. 

Schmelzende Gletscher

Vielen ist bekannt, dass die Erderwärmung Gletscher in Grönland oder am Südpol schmelzen lässt. Die wenigsten wissen jedoch, dass dies auch in Deutschland passiert: In Bayern liegen die fünf einzigen deutschen Gletscher – und diese haben zwischen 2012 und 2017 etwa 37 % ihrer Fläche verloren. Für den Zeitraum 2009 bis 2018 haben sie Messungen zufolge zudem 62 % ihres Volumens eingebüßt. In naher Zukunft wird einer der fünf deutschen Gletscher daher wahrscheinlich ganz verschwinden, während bei den anderen fraglich ist, ob sie bis zum Ende dieses Jahrhunderts fortbestehen (Zweiter Bayerischer Gletscherbericht 2021). 

Überflutungen

Untersuchungen zufolge wird Deutschland in Zukunft auch vermehrt mit Starkregen und dadurch bedingten Hochwasserständen und Überschwemmungen zu kämpfen haben. Katastrophale und extreme Ereignisse wie das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vom Sommer 2021 treten laut Experten üblicherweise alle 400 Jahre auf. Im Zuge des Klimawandels werden sie jedoch zwischen 1,2- und 9-mal wahrscheinlicher (World Weather Attribution 2021). 

Anstieg der Meeresspiegel

Während weltweit der Meeresspiegel ansteigt, macht sich dies auch an den Küsten in Deutschland bemerkbar: Zwischen 1992 und 2015 stieg die Nordsee im Schnitt jährlich um vier Millimeter an. In Cuxhaven konnte seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Anstieg von rund 40 Zentimetern festgestellt werden. Im Falle von Sturmfluten steigt das Wasser so immer höher an und läuft Gefahr, Deiche und Schutzmauern zu überfluten.

Artensterben

Nicht nur weit entfernt lebende Tiere wie Eisbären oder Kängurus sind vom Klimawandel und dem Treibhauseffekt bedroht – auch in Deutschland einheimische Tiere wie Bienen, Schmetterlinge, Eidechsen, Schweinswale in der Nordsee und alpine Pflanzen sind gefährdet und in ihrer Existenz bedroht

Welche Verantwortung trägt Deutschland?

Der Klimawandel macht sich somit nicht nur in weit entfernten Regionen der Welt bemerkbar, sondern hat auch ganz konkrete Auswirkungen vor unserer eigenen Haustür. Dennoch zählt Deutschland nicht zu den am stärksten betroffenen Ländern – bei ihnen handelt es sich meist um Länder des Globalen Südens, die unverhältnismäßig stark unter der Erderwärmung, dem steigenden Meeresspiegel und häufiger auftretenden Naturkatastrophen leiden. 

Dies ist unverhältnismäßig, da diese Länder in der Regel am wenigsten Treibhausgase ausstoßen und am wenigsten zum Klimawandel und zur Erwärmung der Erde beitragen. Deutschland dagegen war beispielsweise 2020 gemeinsam mit den restlichen Industriestaaten der G-20-Gruppe für rund 80 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Wir tragen damit sowohl eine Verantwortung für das Voranschreiten des Klimawandels als auch Verantwortung für mehr Klimagerechtigkeit und Unterstützung der Staaten, die besonders hart getroffen werden. 

Wen betrifft der Klimawandel also?

Auf dem Weg zu mehr Verantwortung für die Entstehung des Treibhauseffekts, seinen Folgen im Land und Klimagerechtigkeit auf der Welt betrifft der Klimawandel somit tatsächlich alle – seien es Politiker, Unternehmer, Landwirte, Tierschützer, Familien oder jeden einzelnen Menschen. 

Jeder ist individuell betroffen und kann auf seine Art einen Beitrag zum Klimaschutz und einer Abmilderung der Folgen leisten. Besonders gefragt sind selbstverständlich die Politiker – sie müssen Klimaschutz gesetzlich verankern und die Voraussetzungen schaffen, weniger Treibhausgasemissionen zu verursachen, das Land vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und auch international Hilfe zu leisten.

Doch auch wir haben als Individuen die Macht und Möglichkeit, etwas zu verändern und beizutragen. Ein nachhaltiger Lebensstil kann auf verschiedenen Ebenen kleine, aber spürbare Unterschiede machen – insbesondere, wenn viele Menschen unabhängig voneinander mehr Wert auf Nachhaltigkeit, einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und der Verringerung von Treibhausgasen legen. Weitere Tipps, wie du deinen Konsum reduzieren und deinen ökologischen Fußabdruck verkleinern kannst, findest du in den hinterlegten Blogbeiträgen.

Viele Grüße,
  • Lennart Kranenberg
Lennart Kranenberg
Lennart Kranenberg
Mitarbeiter Konzernkommunikation
Lennart ist Mitarbeiter der Konzernkommunikation, Masterstudent in Sportbusinessmanagement und am Wochenende trifft man ihn als Datenerfasser im Fußballstadion an. Durch diese Kombination bekommt Lennart auf das Thema Nachhaltigkeit viele Perspektiven: Ob Nachhaltigkeit im Bereich der Energie, Nachhaltigkeit im Profisport oder auch wie man im Studium optimal und nachhaltig ans Ziel kommt, das Thema verfolgt ihn stetig. Auch in seiner Freizeit treibt ihn die Leidenschaft zum Sport auf sämtliche Sportplätze und Stadien in Norddeutschland.  
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