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Warum Kompostieren so wichtig ist

14.04.2022 4 Min 31

Jeder von uns wird mindestens schon einmal vom Kompostieren und vom Kompost gehört haben. Auch haben viele von uns die Natur und die Gartenarbeit in den vergangenen Jahren wieder mehr für uns entdeckt. Leider sind in diesen vergangenen Jahren auch die Auswirkungen des Klimawandels stetig deutlicher geworden und uns ist allen bewusst, dass wir hier gegen etwas machen müssen. Eine Möglichkeit für ein klimafreundlicheres Verhalten ist das Kompostieren.  

Foto von Garten in dem eine mit Erde gefüllte Schublade steht
Was ist eigentlich Kompost?

Beim Kompostieren werden natürliche Substanzen, also „Bioabfälle“, auch als solche behandelt, was bedeutet, dass man sie nicht einfach in den Abfall wirft. Solche Bioabfälle verrotten in der Natur, indem sie Kleinlebewesen als Nährstoff dienen, wobei dann ein neues Naturprodukt – der Kompost (oder auch Hummus) – entsteht. Der natürliche Ab- und Umbauprozess, der in einem Komposthaufen abläuft und wodurch der Kompost entsteht, ist ein ziemlich komplizierter aber völlig natürlicher Prozess. Unterstützen können wir diesen Prozess übrigens dadurch, dass wir darauf achten, dass der Kompost nicht austrocknet und grobe Strukturen wie Baum- und Strauchschnitt vorhanden sind. Aber Achtung, wenn bei dem Zusammendrücken des Komposthaufens mit der Hand Wasser austritt, ist der Kompost zu nass. 

Kompost ist ein vollkommen unschädliches und hochwertiges Mittel zur Bodenverbesserung. Dabei werden dem Boten die zuvor entzogenen Nährstoffe und organischen Substanzen zurückgegeben, während gleichzeitig die Struktur und Durchlüftung bei schweren Böden und das Wasserverhaltensvermögen bei leichteren Böden verbessert wird. Kompost verbessert so die Fruchtbarkeit des Bodens – sogar für eine längere Zeit als bei der Anwendung von Torf oder Stallmist. 

Was darf auf den Kompost?
Übersicht darüber was darf auf den Kompost
Und wozu ist Kompost nützlich?

Angefangen dabei, dass mit Kompost so gut wie überall chemische Düngemittel ersetzt werden können. Dass dies gut für die Umwelt ist, ist eindeutig, denn so können Umweltschäden die bei der Herstellung, Anwendung und auch bei der Entsorgung dieser chemischen Düngemittel entstehen vermieden werden.

Durch Kompost kann auch auf Torf verzichtet werden. So kann die Zerstörung einzigartiger Moorgebiete, die über mehrere Hundert Jahre entstanden sind, eingedämpft werden und der wertvoll gewordene Rohstoff wird geschont. Torf wird dann nur noch für Dinge verwendet, für die er unersetzbar ist, was die Restmoore schont

Je nach Reifegrad findet Kompost auch unterschiedliche Anwendungen. Rohkompost (oder auch Mulch) eignet sich besonders zum Schutz von Böden vor Witterungseinflüssen sowie vor dem Wildkrautbewuchs. Fertigkompost wird am besten als Dünger von Zier- und Nutzpflanzen sowie von Rasenflächen verwendet. Eine Mischung aus beidem ergibt den besten Nährboden für Balkon- und Zimmerpflanzen. Besonders geschätzt wird Kompost auch bei der Anlage von Parks und Gärten unter eher ungünstigeren Standortbedingungen sowie in der Landwirtschaft, hier besonders im Anbau von Obst und Wein, da er hier als Erosionsschutz und Wachstumsförderer angewendet werden kann. 

Übrigens ist es auch ein netter Nebeneffekt, dass Kompostieren die Geldbörse schont. So müssen keine Dünger, Schutzmittel oder Mittel zur Bodenverbesserung mehr angeschafft werden und ggf. kann sogar auf eine kleinere und kostengünstigere Abfalltonne umgestellt werden.

Was macht kompostieren so wichtig?

Ganz klar ist, was wir auf den eignen Komposthaufen werfen können, statt es in den Abfall zu schmeißen, muss nicht eingesammelt und transportiert werden, wodurch das Klima sonst negativ beeinflusst wird. Es wird einfach auf eines der ältesten und natürlichsten Verfahren der Welt zurückgegriffen, um die Bioabfälle zu verwerten. 

Der Herstellungsprozess für chemischen Düngemittel ist sehr energieintensiv und bei der Anwendung wird Lachgas – ein Treibhausgas, dass 300mal schädlicher für das Klima ist als Kohlendioxid ist – ausgestoßen.  Auch kann der mit chemischem Dünger behandelten Boden kein Kohlendioxid binden, was weiterhin dem Klima schadet. Übrigens schadet auch die Verwendung von Torf der Umwelt, denn das in großen Mengen im Moor gespeicherte Kohlendioxid wird mit jedem gestochenen Torfballen freigesetzt. Die Verwendung dieser beiden Substanzen beschleunigt somit eher den Klimawandel. So ist das Kompostieren und die Verwendung von Kompost also die beste Alternative für das Klima, da sie nicht nur klimafreundlich ist, sondern dieses auch nachhaltig schützt.

Weitere Tipps für einen klimafreundlichen Garten

Nachdem wir mit dem Kompostieren begonnen haben, entsteht vielleicht die Frage was man noch für einen klimafreundlichen Garten machen kann. Deshalb hier ein paar kurze Tipps: Überprüfe deine Gartenmaschinen, denn jedes ausrangierte Elektrogerät spart Energie und vermeidet so auch den Ausstoß von Kohlendioxid. Die Verwendung von Laubsaugern ist übrigens nicht nur unangenehm laut, sondern schadet auch dem Bodenleben – denn mit dem Lauf werden auch darin lebende Kleintiere abgesaugt. Mittlerweile gibt es auch viele schöne Möglichkeiten die Sonnenkraft für Beleuchtungen und Dekorationen wie Springbrunnen zu nutzen, um so Energie zu sparen. Ein weiterer Tipp ist, dass der Garten mit Regenwasser und nicht mit Trinkwasser gegossen wird. Apropos, hierzu findest du auch einen Blogbeitrag auf unserem Klimablog. 

Ich muss abschließend gestehen, dass ich mein Verhalten beim Kompostieren noch deutlich verbessern kann. Beim Schreiben dieses Beitrags konnte ich viel dazu lernen und werden dieses neue Wissen direkt anwenden. Denn wenn wir ganz ehrlich sind, ist die Umsetzung nicht so schwer und bringt nur Vorteile mit sich. 

Viele Grüße,
  • Annika Schwarzer
Annika Schwarzer
Annika Schwarzer
Mitarbeiterin Konzernkommunikation
Nachdem Annika ihre Ausbildung zur Bankkauffrau abgeschlossen hatte, entschied sie sich dazu ihrem Interesse für Kommunikation nachzugehen, indem sie ein duales Studium (B.A.) bei EWE begann. Seit dem erfolgreichen Abschluss dieses Studiums arbeitet Annika in der Konzernkommunikation und beschäftigt sich dabei unter anderem mit den Websites des EWE Konzerns wie auch diesem Klimablog. Annika setzt sich seit ihrem Studium vermehrt mit Themen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit auseinander und versucht seither täglich einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
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