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Wie klimafreundlich ist ein E-Bike?

21.04.2022 4 Min 29

Das Fahrrad gehört zu den klimafreundlichsten Transportmitteln, da es weder Kraftstoff braucht noch Emissionen ausstößt. In der heutigen Zeit werden E-Bikes immer beliebter, da sie den Fahrer mithilfe eines Motors entlasten.

Für die elektrische Unterstützung ist ein Akku nötig, welcher vor Fahrtantritt aufgeladen werden muss. Dies wirft die Frage auf, wie klimafreundlich Elektroräder in der Nutzung tatsächlich sind. Erfahre hier, wie das E-Bike in der Klimaschutz-Diskussion abschneidet und was der Unterschied zwischen E-Bikes und Pedelecs ist.

Foto von E-Bike im Sonnenuntergang

Unterschied E-Bike und Pedelec

Im Alltag bezeichnen wir ein Fahrrad oft als E-Bike, wenn es elektrische Unterstützung bietet. Wenn die Unterstützung aber nur geboten wird, wenn wir selbst in die Pedale treten, handelt es sich jedoch nicht um ein E-Bike, sondern genauer gesagt um ein Pedelec. Diese Fahrzeuge werden juristisch wie Fahrräder behandelt und müssen mit eigener Muskelkraft gefahren werden. Der Motor unterstützt den Fahrradfahrer lediglich, wenn er in die Pedale tritt. 

Im Gegensatz zum Pedelec muss man bei einem E-Bike keine eigene Kraft aufbringen, um sich fortzubewegen. Aus diesem Grund gelten E-Bikes rechtlich nicht als Fahrrad, sondern als Mofa. Es herrscht eine Helmpflicht. E-Bikes als auch Pedelecs mit Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h dürfen darüber hinaus nur mit Fahrerlaubnis der Klasse AM gefahren werden.

Der Akku − ein Klimasünder?

E-Bikes beziehungsweise Pedelecs und normale Fahrräder unterscheiden sich vom Aussehen nur marginal. Was sie unterscheidet: der Akku und andere Technik wie Kabel und Displays, die dazugehören. Alle Elektrofahrräder brauchen diese Art von Technik, um den Fahrer elektrisch unterstützen zu können. 

Für das Aufladen des Akkus wird Energie verwendet. Demnach stoßen E-Bikes zwar kein CO2 während des Betriebes aus, für das Laden der Akkus vor Fahrtantritt wird jedoch Energie benötigt. Auch bei der Herstellung der Akkus ist Energie nötig. Wie schädlich dies für das Klima ist, hängt von dem Energieträger ab, der für die Stromerzeugung eingesetzt wird. Wird Strom aus erneuerbaren Energien genutzt, verringern sich die Emissionen und die Auswirkungen auf das Klima immens. Sind fossile Brennstoffe der Energieträger, wirkt sich das negativ auf die Ökobilanz des E-Bikes oder Pedelecs aus.

Neben Energie werden auch Rohstoffe benötigt, um Akku und Fahrrad herzustellen. Die Akkus von Elektrorädern sind meist Lithium-Ionen-Akkus, für die Materialien aus Ländern wie Südamerika oder Australien importiert werden müssen. Diese Rohstoffe sind nicht nachhaltig, da für die Herstellung von Lithium viel Trinkwasser benötigt wird. Im Gegensatz zu einem Auto müssen aber viel weniger Rohstoffe importiert und verbaut werden, weshalb das E-Bike bezüglich der Rohstoffe besser dasteht als das Auto. Dasselbe gilt für den Energieaufwand, was der Verkehrsmittelvergleich zeigt.


Tipp: Wenn du dich an die Gebrauchsanweisungen des Herstellers hältst, kannst du die Akkulaufzeit deines E-Bikes verlängern und somit die Ökobilanz steigern. Außerdem ist es wichtig, dass die kaputten Akkus von Elektrorädern recycelt und nicht einfach weggeworfen werden.

Verkehrsmittel im Vergleich

Wie bereits erwähnt, ist das Fahrrad immer noch das klimafreundlichste Verkehrsmittel, da keine Akkus nötig sind, die aufwendig hergestellt und immer wieder geladen werden müssen. Das Elektrofahrrad stößt durch die Produktion und das Laden ungefähr 5,5 g CO2 pro Kilometer aus. Dies mag viel erscheinen, wo doch der Ausstoß von CO2 bei normalen Fahrrädern bei 0 g liegt. 

Betrachtet man aber die CO2-Belastung von PKW, sieht das anders aus: Ein PKW stößt im Durchschnitt etwa 100 g CO2 pro Kilometer aus, wenn man nicht schneller als 100 km/h fährt. Fährt man schneller, erhöht sich der Wert noch einmal um ein Vielfaches. Je nach Automodell variiert der Wert und kann sich ebenfalls erhöhen. Wie viel CO2 andere Verkehrsmittel im Vergleich ausstoßen, haben wir in unserem Emissionsvergleich von Verkehrsmitteln zusammengefasst.

Eine Alternative zum Fahrrad?

Zusammenfassend kann man also sagen, dass das E-Bike nicht das Fahrrad ersetzt, aber eine gute Alternative zum PKW ist, da sich der Radius vergrößert, der mit dem Fahrrad beziehungsweise mit dem Elektrofahrrad erreicht werden kann. Nutzt du für Strecken, die du sonst mit dem Auto fahren würdest, das Elektrorad, verbessert sich die Ökobilanz. Wenn du für Wege von nur wenigen Kilometern, die du normalerweise mit dem Rad fährst, das E-Bike nimmst, ist der Ausstoß an CO2 und anderen Emissionen natürlich höher. Am besten für das Klima und am nachhaltigsten für kurze Strecken ist somit immer noch das Fahrrad. Auch gesundheitlich ist das Rad nicht zu übertreffen.

Viele Grüße,
  • Tammo Gerdes
Tammo Gerdes
Tammo Gerdes
Inhouse Coach
Tammo Gerdes ist als Senior Manager und Inhouse-Coach immer wieder in neuen Projekten und mit den unterschiedlichsten Menschen unterwegs. Angetrieben durch ein großes Maß an Neugierde und mit viel Spaß an Zukunftsthemen, versucht er seinen Teil zur Verbesserung der (Um-)Welt zu leisten.
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