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Als Berufspendler an das Klima denken

28.04.2022 5 Min 23

„Du fährst jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit? Ist ja auch ganz schön schlecht für die Umwelt!“ Ein Klassiker. Diese Aussage trifft natürlich absolut zu. Aber nicht jeder ist leider in der Lage seinen Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem guten alten Fahrrad zu bewältigen, sondern muss auf das Auto zurückgreifen. Doch auch das tägliche Fahren mit dem Auto bietet genug Potenzial nachhaltiger zu werden. Einige Tipps jetzt hier – auf dem EWE-Klimablog.

Fot von einem Auto im Sonnenuntergang

Wie wird mein Auto nachhaltiger?

Zunächst einmal ist die Wahl des Autos wichtig, da dies ein großer Punkt hinsichtlich der Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit beim Pendeln ist. Ein Elektroauto bietet sehr viele Vorteile, wozu bereits hier auf dem Klimablog ein Artikel erschien. Allerdings ist die Neuanschaffung eines neuen Autos selbstverständlich eine Frage des Geldes – deshalb möchte ich hier lieber einmal auf die Möglichkeiten der Nachhaltigkeitsaspekte des eigenen Autos legen. Trotzdem auch hier einmal gesagt: Bei einer Neuanschaffung, einfach mal über den Verbrauch und die Klimafreundlichkeit informieren.

Doch wie kann ich mein eigenes Auto klimaschonender machen? Zunächst einmal regelmäßig den Reifendruck kontrollieren. Dieses ist an fast jeder Tankstelle problemlos möglich und dauert keine 5 Minuten. Dafür erhöht es nicht nur deine Sicherheit und die Abnutzung der Reifen, sondern reduziert auch den Spritverbrauch. Jeder kennt es, wie viel anstrengender Fahrrad fahren mit einem nicht ganz aufgepumpten Reifen ist – genauso verhält es sich mit dem Auto. Schon 0,5 bar zu wenig können deinen Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometern um einen Liter erhöhen.

Auch das Gewicht des Autos hat eine Auswirkung auf den Kraftstoffverbrauch. Um in der Analogie des Fahrrads zu bleiben: Je mehr man mitnimmt, desto mehr Kraft und Energie muss aufgebracht werden, um vorwärts zu kommen. Unserem geliebten Auto geht es ebenso. Also ist das regelmäßige Entmüllen des Wagens nicht nur ein Gefallen für unsere Mitfahrenden, sondern auch ein kleiner Dienst fürs Klima. Dass die Entsorgung des Mülls natürlich regelkonform zu erfolgen hat, sollte als selbstverständlich angesehen werden.

Natürlich lohnt sich auch das regelmäßige Durchchecken des Autos – also als Prävention gegen unnötige Kraftstoffverbräuche die empfohlenen Inspektionen wahrnehmen.

Wie fahre ich nachhaltiger?

Ein befreundeter Informatiker hat mal zu mir gesagt, „Technische Probleme haben oft nichts mit der Technik zu tun, das Problem sitzt zumeist vor dem Gerät“. Ein weiser Satz, perfekt übertragbar auf den Kraftstoffverbrauch eines Autos. Selbst die Geringverbraucher unter den Motoren werden durch einen Bleifuß zu einer herben Umweltbelastung. Deshalb immer der Tipp, frühzeitig in den nächsten Gang schalten und möglichst mit niedrigen Drehzahlen fahren. Als umweltfreundlich werden Drehzahlen im Bereich von ca. 2.000 Umdrehungen eingestuft.

Sowohl in der Fahrschule als auch im Elternhaus hat man es oft genug gehört, dass man „vorausschauend“ fahren soll. Dieses gilt natürlich zumeist, um sich und andere zu schützen. Doch auch für deinen Wagen und seinen Verbrauch ist dieses sehr sinnvoll. Wenn man sieht, dass in 200 Metern die Ampel rot ist, einfach vom Gas gehen und ausrollen lassen statt in die Eisen zu steigen. Im Optimalfall wird die Ampel auch beim Rollen schon wieder grün und ihr könnt durchfahren.

Auch das Ausschalten vom Motor lohnt sich deutlich öfter als man denkt. Viele Autos haben bereits die Start-Stopp-Automatik. Doch bei jedem Motor lohnt sich ein Ausschalten bereits ab 10 Sekunden Standzeit. Denn selbst im Leerlauf verbraucht ein Auto durchschnittlich etwa 0,8 – 1,2 Liter Kraftstoff. 

Wie kann ich im Auto Strom sparen, um nachhaltiger zu werden?

Die Innenausstattung bei Autos bietet viel Komfort und Einstellungsmöglichkeiten, aber auch Stromfresser natürlich. Deshalb kann man auch mal überprüfen, welche Gadgets gerade eingeschaltet sind. Allein eine Frontscheibenheizung kann einen Mehrverbrauch von mehr als 0,5 Litern verursachen. Das Überprüfen der eingeschalteten Funktionen ist hinsichtlich der Nachhaltigkeit ein sehr guter Ansatz. Natürlich nicht nur für das Klima, sondern auch für das eigene Portemonnaie.

Grafik von Spritfessern im Auto

Zudem ist es auch ratsam in vielen Situationen zu überlegen, ob jetzt wirklich die Klimaanlage eingeschaltet werden muss. Ich gebe selbst zu, dass ich im Sommer in meinem Auto direkt nach dem Einsteigen meistens einfach die Klimaanlage sofort aufdrehe, aber wieso nicht erstmal Fenster runter und die ersten Meter Fahrt somit den Wagen runterkühlen? Ist auf jeden Fall auch ein Fortschritt in Puncto Verbrauch.

Wie kann ich selbst im Auto nachhaltiger sein?

Auf meinen vielen Autofahrten höre ich wie viele andere viel Musik oder Podcasts. Mit den Streaming-Angeboten ist es natürlich auch sehr praktisch, man hat immer alles an Genres dabei. Doch, wenn man vorher genau weiß, was man auf der Autofahrt hören möchte, einfach vorher den Podcast, das Hörspiel oder die Musik herunterladen, sofern es möglich ist. Die während der Fahrt geringere Internetnutzung spart nicht nur Strom, sondern schon auch dein eigenes Datenvolumen.

Für mich selbst eine der größten Hürden ist die nachhaltige Ernährung unterwegs. Es ist abends zu oft verlockend zu später Stunde bei einer der großen Fast-Food-Ketten anzuhalten und anschließend finden sich im Wagen wieder eine Menge Papier, Tüten und Plastikflaschen wieder. Um diesem entgegenzuwirken, versuche ich mir vor längeren Fahrten lieber selbst etwas mitzunehmen oder auch eine leere Thermosflasche dabei zu haben, die ich mir vor der Heimfahrt noch einmal befüllen kann. Es mag nicht immer klappen, aber es hemmt einen schon von der Autobahn nochmal an eine Raststätte abzufahren, wenn man eigentlich was Gesünderes dabei hat. Und so dankt es einem nicht nur das Portemonnaie und der eigene Körper, sondern auch das Klima.

Tätig werden und Tipps anwenden

Mir ist selbstverständlich bewusst, dass es viel besser wäre nicht tausende Kilometer im Jahr mit dem eigenen Auto allein fahren zu müssen, aber manchmal bieten sich keine Alternativen an. Diese Tipps und Kleinigkeiten sorgen allerdings dafür, dass ich bewusst immerhin mein Bestes geben kann, diese Belastung für das Klima einzuschränken. Beim Recherchieren für diesen Beitrag sind mir auch einige Punkte einfach bewusster geworden, auf die ich genauer achten sollte. Deshalb gehe ich jetzt raus und räume erstmal mein Auto auf.

Viele Grüße,
  • Lennart Kranenberg
Lennart Kranenberg
Lennart Kranenberg
Mitarbeiter Konzernkommunikation
Lennart ist Mitarbeiter der Konzernkommunikation, Masterstudent in Sportbusinessmanagement und am Wochenende trifft man ihn als Datenerfasser im Fußballstadion an. Durch diese Kombination bekommt Lennart auf das Thema Nachhaltigkeit viele Perspektiven: Ob Nachhaltigkeit im Bereich der Energie, Nachhaltigkeit im Profisport oder auch wie man im Studium optimal und nachhaltig ans Ziel kommt, das Thema verfolgt ihn stetig. Auch in seiner Freizeit treibt ihn die Leidenschaft zum Sport auf sämtliche Sportplätze und Stadien in Norddeutschland.  
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