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Gutes Tun durch weniger Fleischkonsum − nur wie?

27.05.2022 4 Min 13

Am 04. Mai 2022 war der Earth Over Shoot Day in Deutschland. An diesem Tag haben wir bereits alle uns für das Jahr zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen verbraucht. Die wesentlichen Ursachen dafür sind unter anderem unser hoher Energieverbrauch sowie Emissionen durch unser Mobilitätsverhalten und die Massentierhaltung. Grund genug, selbst aktiv zu werden – oder?

Fotos von Kühen auf Wiese im Sonnenuntergang

Von Klimaeffekten, Massentierhaltung und Gewohnheiten

Der negative Effekt von Fleischkonsum auf das Klima ist allgemein bekannt. „Um den weltweiten Temperaturanstieg wenigstens auf zwei Grad Celsius einzudämmen, müsste jeder bis 2030 jährlich nur noch 22 Kilo Fleisch essen“ (Spiegel, 2018) – statt durchschnittlich um die 60 Kilo. Und nicht nur das – auch die aus meiner Sicht inakzeptable Berücksichtigung des Tierwohls in der Massentierhaltung, sowie die Ausbeutung von Angestellten in diesem Bereich sind kein Geheimnis. Ganz aktuell wird auch die Auswirkung der Tierhaltung auf den Welthunger debattiert.

Und auch wenn der Anteil der Bevölkerung, welcher sich vegetarisch oder vegan ernährt, zunehmend steigt, bildet Fleisch nach wie vor einen wesentlichen Anteil unserer Ernährung. Der Massenkonsum von Fleisch ist allgegenwärtig. Obwohl negative Auswirkungen bekannt sind, obwohl positive Effekte resultieren würden, wir also täglich etwas Gutes damit tun würden – es fällt schwer, diese Gewohnheit abzulegen. Woran liegt es? Warum ist es eine so große Herausforderung, diese in bewusstere Bahnen zu lenken?

Alles beginnt mit dem Bewusstsein

Ich persönlich habe nie viel Fleisch gegessen. Es war keine feste Gewohnheit in meinem Alltag. Viel mehr beschränkte sich der Verzehr auf Gelegenheiten, die sich geboten haben. Entsprechend leicht war es für mich, ganz darauf zu verzichten. Weder musste ich eine feste Gewohnheit aktiv ändern noch hatte ich das Gefühl, mir würde etwas fehlen. Und doch weiß ich, wie herausfordernd es ist, gewohnte Verhaltensweisen abzulegen – z.B. durch die Umstellung auf eine weitgehend vegane Ernährung. Vor rund zwei Jahren war das es mich unvorstellbar für mich, auf Milchprodukte zu verzichten. Rückblickend weiß ich: steter Tropfen höhlt den Stein. Eine Umstellung von Gewohnheiten funktioniert nur selten von heute auf morgen.

Grundvoraussetzung ist aus meiner Sicht das eigene Bewusstsein. Wann und in welchen Situationen konsumierst du wie viel Fleisch? Und warum? Denke ganz bewusst darüber nach und informiere dich aktiv über die Hintergründe der Fleischproduktion – auch wenn es schmerzt. Sobald du das getan hast, wirst du auch einen Entschluss fassen: den Konsum zu reduzieren, den Konsum ganz einzustellen – oder ganz bewusst zu entscheiden, alles zu belassen, wie es ist. 

Und nun? Empfehlungen, um ohne Druck ins Tun zu kommen

Überlege dir einen für dich machbaren ersten Schritt, z.B. ein bestimmtes Gericht durch eine fleischlose Alternative zu ersetzen. Spaghetti Bolognese oder Lasagne eignet sich da ganz hervorragend. Oder plane einen, oder mehrere fleischlose Tage. Es macht Sinn, schrittweise vorzugehen und die Fleischlosen-Momente nach und nach zu steigern. So kannst du kleine Erfolge feiern und setzt dich nicht unnötig unter Druck. Der ist in der Regel eher kontraproduktiv.

Es hilft außerdem, Fleisch, wenn dann bewusst zu konsumieren. Ein völliger Verzicht muss gar nicht das Ziel sein. Viel mehr lohnt es sich ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“, bewusst zu reduzieren, weniger stark verarbeitetes Fleisch zu wählen und bei dem Konsum von Fleisch auf dessen Ursprung zu achten. Du könntest beispielsweise nach dem umgekehrten Prinzip einen Fleisch-Tag pro Woche einführen, an welchem du die entsprechende Mahlzeit bewusst planst und genießt. 

Eine Entdeckungsreise durch vegetarische Produkte

Foto von Wanderin in Bergen

Sei neugierig und experimentiere! Es gibt so viele leckere Gerichte ohne Fleisch. Stell dir vor, du begibst dich auf eine Entdeckungsreise. Du wirst überrascht sein, welche Gestaltungsmöglichkeiten dir begegnen – und das kann richtig Spaß machen! Hier kann ich Konzepte wie HelloFresh empfehlen, welche eine breite Auswahl an vegetarischen oder veganen Gerichten anbieten und dir damit die Hürde des „Was soll ich nur essen?“ nehmen.

Auch findet sich im Supermarkt aufgrund der Vielzahl an Ersatzprodukten jede Menge Inspiration – Tendenz steigend. Vegane Fleisch- oder Leberwurst, eine breite (vegane) Käseauswahl, diverse vegane Kochzusätze bis hin zu veganen Nuggets oder Fischstäbchen. Es wird immer leichter, weniger Fleisch und andere tierische Produkte zu konsumieren. Beim wöchentlichen Einkauf hilft es außerdem, entsprechend deinem Vorhaben einzukaufen. Auf meinem Einkaufszettel stehen dabei die folgenden Produkte immer ganz weit oben:

  • Hülsenfrüchte (z.B. Rote Linsen für die Bolognese oder Kidney Bohnen für den Burger Patty)
  • Käse in allen Farben und Formen (z.B. Feta zum Grillen, auch vegan erhältlich)
  • Gemüse, Gemüse, Gemüse – je nach Saison
  • Ersatzprodukte für Nuggets und Wurstaufschnitt (z.B. Rügenwalder Schinkenspiecker)
  • Katjes 😊 (mittlerweile sogar vegan) 

Anfangen und am Ball bleiben

Es ist nicht entscheidend, ab heute streng zu sein, zu verzichten und dadurch womöglich ein doofes Gefühl zu verursachen. Vielmehr ist wesentlich, einen Entschluss zu fassen und den ersten Schritt zu machen. Wenn es schwerfällt, konzentriere dich auf die Vorteile deines Vorhabens. Argumente dagegen wirst du vermutlich zahlreiche hören. Erinnere dich an deinen Entschluss, informiere dich bei Bedarf immer wieder über das Warum und gehe einen Schritt nach dem anderen. Idealerweise hast du einen oder mehrere Mitstreiter in deinem Umfeld, die dein Vorhaben unterstützen und vielleicht sogar mit machen. Es fällt um einiges leichter, daran festzuhalten, wenn man sich über gemacht Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen austauschen und gegenseitig Tipps geben kann.

Viele dieser Empfehlungen lassen sich auf andere Bereiche deines Lebens übertragen. Sei es beispielsweise das Mobilitäts- oder auch das Konsumverhalten. Meine Erfahrung: fängst du in einem Lebensbereich an, (klima)bewusster zu leben, werden andere folgen! 😊 

Viele Grüße,
  • Ann-Kathrin Detels
Ann-Kathrin Detels
Ann-Kathrin Detels
Business Development Managerin
Ann-Kathrin Detels begann vor sieben Jahren im Rahmen eines Traineeprogramms ihre Tätigkeit bei EWE. Sie ist heute als Business Development Managerin und Gründerin der Codyo-App im Geschäftsfeld Innovation tätig. Privat steht für sie ihre kleine Tochter im Mittelpunkt.
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