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Energieautarkie

16.06.2022 12

Angesichts der hohen Preise für Gas und Öl als Energieträger informieren sich immer mehr Menschen über eine alternative Stromversorgung. In den Vordergrund rückt hierbei die Energieautarkie – also die Energieversorgung unabhängig vom Staat.

Kinder rennen im Garten

Bei einer energieautarken Lebensweise wird nur der Strom genutzt, den du selbst produzierst. Das bedeutet, dass du nicht durch zentrale große Anlagen Strom einspeist, sondern dezentral beispielsweise von deiner eigenen Photovoltaikanlage. Welche Vor- und Nachteile das Konzept hat und ob es möglich ist, in Deutschland energieautark zu leben, erfährst du hier.

Was heißt Energieautarkie?

Autark bedeutet, dass man sich (wirtschaftlich) unabhängig macht und nur von den selbst produzierten Rohstoffen und Dienstleistungen lebt. Dabei können private Haushalte, aber auch ganze Gemeinden autark leben. Energieautarkie heißt demnach, dass du selbst Energie erzeugst und ausschließlich diese Energie zum Leben nutzt. Es wird bei einer energieautarken Lebensweise also kein Strom aus externen Energiequellen hinzugezogen. Möchtest du auf diese Weise leben, muss dein Haus eine eigene Energiequelle besitzen, um es mit Strom zu versorgen.

Bei der Energieautarkie unterscheidet man zwischen echter und bilanzieller Energieautarkie. Während ein Haus bei einer echten Autarkie keine externe Energie benötigt, ist bei einer bilanziellen autarken Energieversorgung im Winter meist ein externer Energieanschluss nötig. Das liegt daran, dass die Photovoltaikanlagen im Sommer mehr Energie als im Winter produzieren, im Winter jedoch mehr Energie als im Sommer gebraucht wird. Produktions- und Nachfragefenster sind versetzt. Die Sonne als Energieträger kann dich somit nicht verlässlich zu jedem Zeitpunkt mit Energie versorgen.

Vorteile von Energieautarkie

Der größte Vorteil von Energieautarkie ist, dass du dich wirtschaftlich unabhängig machen kannst und nicht auf die externe Energieversorgung angewiesen bist. So wirken sich steigende Energiekosten nur marginal auf dich aus. Die Anschaffung der Photovoltaik-Anlage, die du an die Wärmepumpe anschließt, ist zwar teuer, dafür kannst du später eine Menge Energiekosten sparen und deine Räume mit deiner eigenen Energieanlage heizen.

Darüber hinaus zählt Sonnenenergie zu den nachhaltigen Energieträgern. Mit dem Einsatz dieser erneuerbaren Energie trägst du somit zum Umweltschutz und der Energiewende bei. Eine andere nachhaltige Möglichkeit, um selbst Energie herzustellen, sind Geothermie-Anlagen oder solche, die Energie mithilfe von Biomasse erzeugen.

Nachteile von Energieautarkie

Um die Sonnenenergie nutzen zu können, brauchst du ein eigenes Grundstück, auf dem dein Haus nach Süden ausgerichtet ist und du die Anlage installieren kannst. Nur bei der richtigen Ausrichtung fällt ausreichend Sonnenlicht auf die Kollektoren und Module der Photovoltaikanlage. Als Mieter ist es deshalb schwierig, energieautark zu leben. Im Winter musst du darüber hinaus meist andere Energiequellen zusätzlich nutzen wie Pelletöfen oder externe Quellen, da Sonnenenergie nicht immer verfügbar ist und unendlich lange gespeichert werden kann.

Ein weiterer Nachteil des Konzepts ist, dass nur so viel Strom verbraucht werden darf, wie von der Energiequelle produziert werden kann. Demnach muss der Verbrauch der Produktion angepasst werden. Das bedeutet, dass du nicht massenweise Strom verbrauchen kannst, da er irgendwann aufgebraucht ist. Stromsparen kann auch heißen, dass du dir neue elektrische Geräte zulegen musst, die eine hohe Energieeffizienz aufweisen und zu deinem Stromverbrauch passen. Damit die Wärme in den Räumen bleibt, sind zusätzliche Maßnahmen wie eine Wärmedämmung notwendig, wenn das Haus älter und die Dämmung unzureichend ist. Wenn du energieautark leben möchtest, kommen somit zuerst hohe Kosten auf dich zu und du musst in hochwertige Technik investieren.

Fazit

Um energieautark zu leben, brauchst du deine eigene Energiequelle wie Solarthermien oder Photovoltaikanlagen, die dich zuverlässig mit Strom versorgt. Obwohl die Anschaffung mit hohen Kosten verbunden ist, kannst du mit Photovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren Energiekosten sparen und bist unabhängig von den steigenden Preisen von Öl und Gas. Eine echte Energieautarkie in großen Gebäuden ist hierzulande jedoch schwierig, weil im Winter keine Sonnenenergie zur Verfügung steht, die das Haus mit Energie versorgt. So ist man in der kalten Jahreszeit dennoch auf externe Energiequellen angewiesen oder auf Öfen, die dir eine bilanzielle Energieautarkie ermöglichen. Eine echte Autarkie ist nur bei Gebäuden wie Ferienhäusern möglich, die nicht das ganze Jahr über genutzt werden.

Gibt es also eine Alternative zur energieautarken Lebensweise? Wenn du nicht die Möglichkeit hast, unabhängig von externen Energiequellen zu leben, dann kannst du trotzdem einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und Energie sparen. Der erste Schritt ist, auf erneuerbare Energien beziehungsweise zu einem Öko-Stromanbieter zu wechseln und zu versuchen, an allen Ecken Strom zu sparen. Auch Geräte mit einer hohen Energieeffizienz machen einen Unterschied bei deiner Abrechnung. Wie du Energie sparen kannst und zur Energiewende beiträgst, haben wir dir in unserem Blogbeitrag Energie sparen im Haus zusammengefasst.

Viele Grüße,
  • Tammo Gerdes
Tammo Gerdes
Tammo Gerdes
Inhouse Coach
Tammo Gerdes ist als Senior Manager und Inhouse-Coach immer wieder in neuen Projekten und mit den unterschiedlichsten Menschen unterwegs. Angetrieben durch ein großes Maß an Neugierde und mit viel Spaß an Zukunftsthemen, versucht er seinen Teil zur Verbesserung der (Um-)Welt zu leisten.
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