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Bienensterben − eine summende Katastrophe

24.06.2022 4 Min 13

Das Sterben der Bienen rückt immer stärker in den Blick der Gesellschaft. Fast jeder hat schon einmal davon gehört. Die wenigsten wissen jedoch genau, warum es auch für uns Menschen so problematisch ist. Was sind eigentlich die Ursachen? Wieso betrifft es auch uns Menschen und was kann jeder Einzelne tun? Auf diese Fragen werde ich im folgenden Artikel eingehen und einen kurzen Überblick schaffen.

Foto einer toten Biene

Die Ursachen: Warum sterben Bienen?

Die Ursachen sind vielfältig. Die wohl bekannteste ist der Klimawandel. Besonders zu schaffen, machen es ihnen die plötzlichen Temperaturwechsel, verschobene Blütephasen sowie lange Wärmeperioden durch den anhaltenden Temperaturanstieg. Diese extremen Wetterbedingungen, die auch mehr Unwetter und Stürme mit sich bringen, beeinflussen die Lebensbedingungen der Bienen sowie das Leben der Pflanzen stark. Manche sterben ab, andere blühen deutlich weniger oder gar nicht – dies ist gefährlich, weil Bienen diese Pflanzen zum Fressen benötigen.

Auch die biologische Vielfalt im Tier- und Pflanzenreich wird durch die enormen Veränderungen sichtbar bedroht. Die Europäische Sumpfschildkröte, Küstenseeschwalbe, der Feldhamster und der Luchs stehen bereits auf der Roten Liste, der vom Aussterben bedrohten Tiere in Deutschland.

Viele denken beim Bienensterben direkt an den Klimawandel. Doch nicht nur der Klimawandel ist die Ursache. Unsere moderne Landwirtschaft mit ihren Monokulturen führt ebenfalls dazu, dass Bienen keine ausgewogene Ernährung oder zu wenig Futter haben. Zum Beispiel ist der Mais, der für Biogasanlagen angebaut wird, zwar eine rentable Möglichkeit für Landwirte, bietet den Bienen jedoch keine Nahrung.

Nahaufnahme einer Varroamilbe

Auch Viren und Parasiten machen ihnen zu schaffen. Vor allem die Varroamilben. Dies sind kleine Parasiten, die Bienenstöcke befallen und zum einen den Bienen Flüssigkeit aus dem Körper saugen und zum anderen kleine Wunden durch den Biss hinterlassen. Dadurch sind die Bienen nicht nur geschwächt, sondern auch viel anfälliger für Viren.

Die Varroamilbe selbst überträgt Viren, die bei Bienen zu Flügellähmungen und -verformungen führt.

Die Folgen des Aussterbens

Das Problem ist folglich, dass die Bienen es viel schwerer haben Pflanzen zu bestäuben, wodurch wir nicht nur keinen Honig mehr haben werden, sondern auch immer mehr Pflanzen absterben. Viele, der unter uns häufig verzehrten Obst- und Gemüsesorten, werden zu Neige gehen. Auch der damit verbundene Wirtschaftssektor rund um Agrarkultur und Landwirtschaft wird dies zu spüren bekommen; Lebensmittel werden im Lauf der Zeit teurer.

Pflanzen sind wichtiger als wir denken: Sie wandeln das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um und verringern so den Treibhauseffekt. Auch sind ca. zwei Drittel aller Nutzpflanzen auf Bienen angewiesen. Wenn diese wegfallen, fehlt es auch unzähligen anderen Tieren an Nahrung. Es ist also die gesamte ökologische Vielfalt bedroht.

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch.“ – Albert Einstein

Was können wir dagegen tun?

Jeder kann etwas gegen das Bienensterben und für den Klimaschutz tun. Jeder und jede kann damit anfangen, weniger Honig zu kaufen. Diesen brauchen die Bienen selbst. Wer einen Garten hat, kann sogar noch mehr tun: Bienenfreundliche Blumen oder Obstbäume pflanzen oder erhalten, falls sie schon im Garten wachsen. Auch wer keinen eigenen Garten hat, kann seine Pflanzen in einem Balkonkasten blühen lassen. Dabei sollte man vor allem auf regionale Pflanzen achten. Hier im Nordwesten sind dies zum Beispiel:

  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Sonnenblumen
  • Tulpen
  • Schneeglöckchen
  • Hahnenfuß (Butterblume)

Beim Düngen ist es optimal, auf natürlichen Dünger zu setzen, statt auf Pestizide, Herbizide und Biozide. Diese können für Bienen schädlich und sogar tödlich sein. Natürliche Dünger sind z.B. Kaffeesatz, Teesatz, Bananenschalen, Kompost, Holzasche oder Eierschalen. Daher sollte man auch eher saisonale und regionale Lebensmittel kaufen, da dort meist auf Pestizide verzichtet wird.

Ebenso gut eignen sich regionale Obstbäume und Beerensträucher:

  • Apfel
  • Kirsche
  • Himbeere
  • Johannisbeere
  • Brombeere
  • Stachelbeere

Wer den Bienen noch mehr Gutes tun will, kann ihnen an heißen Tagen etwas Wasser geben. Am besten mit Steinen und Moos als Landehilfe zum Schutz vor dem Ertrinken.

Foto von einem Insektenhotel

Oder ein Insektenhotel bauen: Es bietet ihnen Schutz, um beispielsweise ihren Nachwuchs aufzuziehen oder als ruhigen Unterschlupf. Gleichzeitig kommt die Insektenherberge auch noch anderen Tieren zugute.

Warum ist das so wichtig? 300 der 560 heimischen Wildbienenarten sind vom Aussterben bedroht. Dazu ist es auch noch sehr einfach. Beim Eigenbau oder Kauf muss nur darauf geachtet werden, den Bienen röhrenartige Hohlräume mit einem Durchmesser von 3 – 6mm zu bieten.

Bambus oder Stöcker bieten sich förmlich für ein super Insektenhotel an. Zusätzlich können auch noch Tannen- und Kieferzapfen, Backsteine mit Hohlräumen oder Baumscheiben mit Bohrlöchern als Baumaterial dienen. Als Standort eignet sich ein sonniger Platz und bietet sich sogar auf einem Balkon an. 

Also los!

Jeder kann etwas für den Schutz der Bienen tun. Egal ob selbst gebaut oder fertig gekauft, wir brauchen nicht viel Geld und Zeit dafür. Es ist kein großer Aufwand sich um ein paar Pflanzen für den Garten oder den Balkon zu kümmern oder ein kleines Insektenhotel selbst bauen. Zumindest auf einen regionalen Kauf beim Honig sowie den eigenen ökologischen Fußabdruck kann jeder achten.

Viele Grüße,
  • Annika Schwarzer
Annika Schwarzer
Annika Schwarzer
Mitarbeiterin Konzernkommunikation
Nachdem Annika ihre Ausbildung zur Bankkauffrau abgeschlossen hatte, entschied sie sich dazu ihrem Interesse für Kommunikation nachzugehen, indem sie ein duales Studium (B.A.) bei EWE begann. Seit dem erfolgreichen Abschluss dieses Studiums arbeitet Annika in der Konzernkommunikation und beschäftigt sich dabei unter anderem mit den Websites des EWE Konzerns wie auch diesem Klimablog. Annika setzt sich seit ihrem Studium vermehrt mit Themen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit auseinander und versucht seither täglich einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
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